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ZDK: Hilfsgelder für Kfz-Betriebe müssen sofort fließen

| Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Der Autohandel ist bundesweit fast zum Stillstand gekommen. Wegen der Corona-Krise fordert der ZDK von der Politik, die Gelder aus den angekündigten Hilfsmaßnahmen sofort freizugeben, um Betriebe vor der Insolvenz zu bewahren.

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Auch 2017 gibt es das Förderprogramm De-minimis.
Auch 2017 gibt es das Förderprogramm De-minimis.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Kfz-Betriebe in Deutschland benötigen dringend unbürokratische Unterstützung in der Corona-Krise. Der ZDK setzt hier auf den Härtefonds, den Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt hat. „Die unverzügliche Umsetzung der Maßnahmen ist vonnöten, damit unsere Betriebe nicht zahlungsunfähig werden“, sagt ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.

Die Details über die Vergabe dieser Mittel müssten jetzt sehr schnell festgelegt und bekannt gemacht werden. Da der Fahrzeugverkauf bis auf Weiteres untersagt sei und auch die Werkstätten mit Umsatzproblemen zu kämpfen hätten, verschärfe sich die Lage für viele der mehrheitlich kleinen und mittelständischen Autohäuser seit den am 16. März bekanntgegebenen Einschränkungen sehr massiv. Denn die Kosten für die Betriebe würden ja weiterlaufen, so der ZDK.

Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möge schnell reagieren. Viele Betriebe berichten, dass die Mittel momentan noch nicht beantragt werden könnten und eine Auszahlung wohl nicht vor Mitte April möglich sei. „Manche Insolvenz wird sich nur mit KfW-Mitteln verhindern lassen“, sagt Peckruhn. „Es müssen aber auch Mittel aus dem Härtefonds fließen, damit sich am Ende kein unüberwindlicher Schuldenberg auftürmt.“

Baden-Württemberg für sofortige Zuschüsse

Das Kraftfahrzeuggewerbe in Baden-Württemberg hält sofortige Maßnahmen für unausweichlich, „damit das Coronavirus keine tödlichen Folgen für unsere Betriebe hat und unsere Beschäftigten sicher sind“, sagt Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Landesverbandes. „Wir brauchen erstens eine Sofortauszahlung, um die Liquidität der Betriebe zu sichern, und zweitens ein Zuschussprogramm auf der Basis der jetzt durch die Corona-Krise wegbrechenden Umsätze.“

Kredite könnten der Situation, „die massive Einbußen bringt“, nicht allein gerecht werden. Insgesamt stünden für das Gewerbe Umsätze im Handel mit Neuwagen in Höhe von elf Milliarden Euro, mit Gebrauchtwagen von neun Milliarden Euro, mit neuen und gebrauchten Lkws von 1,7 Milliarden Euro und im Werkstattbereich von vier Milliarden Euro auf dem Spiel, wenn man die Zahlen aus 2019 zugrundelege, so der Hauptgeschäftsführer.

Wenn die Autohäuser jetzt von Amts wegen geschlossen werden und der stationäre Autohandel aussetze, erfordere das schon ein Milliarden schweres Überbrückungsprogramm. Allein der Autohandel werde bis Juni mindestens 3,3 Milliarden Umsatz einbüßen, „eventuell sogar mehr, weil jetzt eigentlich die umsatzstarken Frühjahrsmonate kommen“, sagte Beuß.

Baden-Württemberg solle deshalb ein Zuschussprogramm auflegen, das sich beispielsweise an den Umsätzen des Vorjahres („die stehen ja in den Umsatzsteuererklärungen“) orientiere. Beuß: „Mit einem derartigen Modell wird kurzfristig Liquidität sichergestellt und Zeit für weitere Regelungen gewonnen. Der Autohandel in Baden-Württemberg, der im Gegensatz zu den Werkstätten jetzt per Verordnung geschlossen worden ist, ist dringend auf eine solche Überbrückung angewiesen. Für die Werkstätten gilt dies aber auch, weil die Kunden natürlich die Aufforderung ernst nehmen, möglichst wenig aus dem Haus zu gehen, und deswegen Inspektions- und Reparaturtermine verschoben werden.“

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