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ZDK kämpft weiter für digitale Kfz-Zulassung

| Autor: Doris Pfaff

Noch immer sind Kfz-Zulassungsstellen geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet. Das erschwert Händlern das Geschäft. Bei einem Treffen im Bundesverkehrsministerium forderte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski deshalb erneut, die Kfz-Zulassung durch die Autohäuser zu ermöglichen.

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ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fordert die schnelle Umsetzung der Onlinezulassung durch die Autohäuser.
ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fordert die schnelle Umsetzung der Onlinezulassung durch die Autohäuser.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) setzt sich weiter für die digitale Kfz-Zulassung im Autohaus ein. Das bekräftigte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski bei einem Spitzengespräch im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), an dem auch Vertreter automobiler und kommunaler Spitzenverbände und von Behörden teilgenommen haben.

Karpinski wies darauf hin, dass sich für den Autohandel durch die Corona-Krise die ohnehin vorhandenen Probleme bei der Kfz-Zulassung in einigen Regionen zum Teil deutlich verschärft hätten und teilweise andauerten. Für den Handel seien tage- und wochenlange Wartezeiten auf Termine zur Zulassung mit hohen Kostenbelastungen verbunden. So müssten verkaufte Fahrzeuge durch den Händler zwischenfinanziert werden. „Je nach Fahrzeugpreis und Anzahl der betroffenen Fahrzeuge stellt das für den Handel ein erhebliches Problem dar“, erklärte Karpinski.

Bei geleasten oder finanzierten Fahrzeugen könnte sich zudem durch den Bearbeitungsstau die Rückgabe des Fahrzeugs verzögern. Die daraus resultierende Überziehung des Leasing- oder Finanzierungsvertrags verursache zwangsläufig Kosten für den Kunden oder den zurücknehmenden Händler. Nicht zuletzt entstünden vielfach Kosten für bereitzustellende Ersatzmobilität.

Der ZDK-Präsident fordert daher, dass die praktische Umsetzung der digitalen oder internetbasierten Kfz-Zulassung (i-Kfz) im Autohaus auch aus Sicht der Kunden nachhaltig vorangetrieben werden müsse, da nur die wenigsten Kunden bislang in der Lage seien, selbst die Zulassung auf elektronischem Weg vorzunehmen.

Karpinski begrüßt Initiative des Verkehrsministeriums

Betriebe des Kfz-Gewerbes hingegen könnten die Behörden im Zulassungsprozess entlasten, wenn die digitale Kfz-Zulassung für Autohäuser möglich werde. Die Übernahme hoheitlicher Aufgaben sei zum Beispiel für anerkannte AU-Betriebe nicht neu, wie die seit vielen Jahren erfolgreich praktizierte Beleihung mit beigestellten Prüfungen wie der Abgasuntersuchung zeige.

Insofern begrüße der ZDK-Präsident die Initiative des Bundesverkehrsministeriums, die Probleme dieses Digitalisierungsprozesses lösen zu wollen. Karpinski appellierte an alle am Prozess Beteiligten, insbesondere auch in den Bundesländern und Kommunen, an der Problemlösung mitzuwirken.

Wie berichtet, fordert das Kfz-Gewerbe seit Jahren die digitale Kfz-Zulassung durch Autohäuser. Während es für Privatkunden möglich ist, ihr Fahrzeug online zuzulassen, sofern sie über die elektronischen Voraussetzungen verfügen und die zuständigen Behörden dazu in der Lage sind, steht die Umsetzung der internetbasierten Kfz-Zulassung für Autohäuser noch aus. Grund dafür ist, dass die zuständigen Ministerien noch nach Lösungsmöglichkeiten suchen, wie sich Autohäuser für dieses Verfahren legitimieren lassen können.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik