Umweltbonus für E-Mobilität ZDK legt Ministerium Vorschläge zur Anpassung der Prämie vor

Von Doris Pfaff

Die unsichere Zukunft des Umweltbonus dämpft das Kundeninteresse an E-Autos. Wie die Prämie zügig verbraucherfreundlich angepasst werden könnte, hat der ZDK dem Bundeswirtschaftsministerium dargelegt.

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Bis zu 9.000 Euro Förderung können Käufer von rein elektrischen Fahrzeugen vom BAFA erhalten. Den Antrag dazu können sie aber erst stellen, wenn das Auto zugelassen ist. Wegen der langen Lieferzeiten schreckt das Interessenten ab.
Bis zu 9.000 Euro Förderung können Käufer von rein elektrischen Fahrzeugen vom BAFA erhalten. Den Antrag dazu können sie aber erst stellen, wenn das Auto zugelassen ist. Wegen der langen Lieferzeiten schreckt das Interessenten ab.
(Bild: BAFA)

Die langen Lieferzeiten für neue E-Autos schrecken Kunden ab. An der Schraube der Auslieferung kann die Politik nicht drehen, sehr wohl aber an den Förderkriterien. Deshalb hat sich der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) erneut an das zuständige Bundeswirtschaftsministerium gewandt und auf die Folgen für den Autohandel hingewiesen, die auch das Ziel der Bundesregierung gefährden, bis 2030 möglichst viele E-Autos auf die Straße zu bekommen.

Zum Hintergrund: Auch wenn Hersteller ungern die langen Wartezeiten veröffentlicht haben wollen, müssen diese im Autohaus an die Kunden kommuniziert werden. Wer aktuell einen Neuwagen kaufen möchte, egal ob elektrisch oder mit Verbrennungsmotor angetrieben, muss in der Regel bis zu ein Jahr auf sein Auto warten. Eine frühere Lieferung ist eher die Ausnahme.

Wie die Bedingungen des Umweltbonus, der für Elektroautos ausgezahlt wird, künftig aussehen, steht noch weitgehend in den Sternen. Die Bundesregierung hatte Ende 2021 angekündigt, die Förderbedingungen für 2023 noch anpassen zu wollen. Unter anderem sollen Plug-in-Hybride dann nicht nur an der Reichweite, sondern auch an der elektrischen Nutzung gemessen werden. Wobei noch unklar ist, wie dies im Einzelnen gemeint ist.

Für Kunden, die nicht wissen, ob sie in einem Jahr idealerweise die volle Förderung von rund 9.000 Euro erhalten, ist das zu vage. Die Folge: Das Kaufinteresse an E-Autos nimmt ab. Das zeigt eine Umfrage des ZDK bei den Händlern. Die Hälfte der Kunden entschied sich demnach sogar gegen den elektrischen Antrieb.

Das Kfz-Gewerbe hatte bei verschiedenen Ansprechpartnern in der Politik mehrfach auf diese Situation hingewiesen und deshalb nun dem Bundeswirtschaftsministerium dezidierte Vorschläge vorgelegt, wie die Förderkriterien angepasst werden könnten. Die Anpassungen sollen vor allem die bestehenden Probleme rund um den Umweltbonus mindern. Die Unsicherheiten der Kunden, ausgelöst durch die langen Lieferzeiten, ließen sich nehmen, wenn der Stichtag für die Prämie nicht das Zulassungsdatum, sondern das Bestelldatum wäre.

Laut ZDK könnte der Antrag in einem zweistufigen Verfahren erfolgen, ähnlich wie bei der Förderung privater Wallboxen: Zunächst könne der Kunde mit seinem Kaufvertrag die Prämie beantragen und sich diese so sichern. Ausgezahlt werde die Förderung aber erst nach erfolgter Zulassung.

Das Problem um den Verkauf von E-Autos ins Ausland, die zuvor mit dem Umweltbonus gefördert wurden, ließe sich aus ZDK-Sicht nicht wie vom Bund erwogen durch eine pauschale Verdopplung der Mindesthaltedauer der Fahrzeuge erreichen. Stattdessen könnte eine entsprechende Klausel regeln, dass der Bonus anteilig oder ganz vom Halter zurückgezahlt werden muss, wenn er das Fahrzeug innerhalb von 48 Monaten ins Ausland verkauft. Würden die Förderrichtlinien so angepasst werden, würde das aus ZDK-Sicht auch die Förderung von Gebrauchtwagen deutlich vereinfachen.

Wie sich die Unsicherheiten rund um die E-Prämie auf die Kunden auswirken, schlägt sich nicht in der aktuellen Statistik nieder, sondern wird sich wegen aktuellen Stichtag-Regelungen erst in etwa einem Jahr zeigen, wenn die Autos endlich geliefert und zugelassen und die Anträge gestellt werden dürfen.

Eine Antwort aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klima liegt dem ZDK noch nicht vor.

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