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ZDK sieht Hersteller-Aktionen um „geschenkte“ Mehrwertsteuer gelassen

| Autor: Doris Pfaff

Dass nun mehrere Marken beim Neuwagenverkauf Privatkunden die Mehrwertsteuer an Kunden „schenken“, wertet Antje Woltermann vom ZDK als eine von vielen Rabattaktionen, zu denen jetzt auch Unternehmen aus anderen Branchen griffen.

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Antje Woltermann vom ZDK wertet die Maßnahmen der Hersteller als eine weitere vieler Rabattaktionen.
Antje Woltermann vom ZDK wertet die Maßnahmen der Hersteller als eine weitere vieler Rabattaktionen.
(Bild: ZDK)

Wenn jetzt zunehmend mehr Autohmarken Privatkunden beim Neuwagenkauf die Mehrwertsteuer komplett „schenken“ wollen, ist das für ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann keine große Überraschung. „Das ist ein übliches Marketinginstrument, das immer mal wieder eingesetzt wird, nicht nur in der Autobranche“, sagt sie. Aktuell setzen mehrere Hersteller wie VW, Renault, Seat oder Nissan auf derartige Aktionen.

Schon 2007 habe sei zu diesem Instrument gegriffen worden, um Kaufimpulse für Neufahrzeuge zu setzen. Anlass jetzt dürfte die ausgefallene und zuvor geforderte staatliche Kaufprämie sein, die die Hersteller quasi nun durch die weitergegebene Mehrwertsteuer ersetzen wollen.

Auch für die Händler sei diese Aktion der Hersteller eine unter vielen. Sie müssten die Rabatte nur dann an den Kunden gewähren, wenn sie teilnehmende Händler sind, so wie es auch als Fußnote zur geschenkten Mehrwertsteuer angegeben ist. Von der Aktion ausgenommen sind auch die E-Fahrzeuge. Für diese zahlt der Staat bereits die Umwelt- und Innovationsprämie.

Vertriebsaktionen müssen nicht mitgetragen werden

„Klar, für die Händler, die nicht teilnehmen, ist das ärgerlich, weil sie die Kunden im Autohaus haben, die nun erwarten den Rabatt zu bekommen“, sagt Woltermann. Das Markenschild des Herstellers am Autohaus bedeute aber nicht, dass damit auch alle Vertriebsaktionen der Hersteller mitgetragen werden müssen.

Letztlich müsse jeder Unternehmer kalkulieren, ob eine Teilnahme an einer Vertriebsaktion sich für ihn rechnet oder nicht. Das müsste dem Kunden dann erst erklärt werden. Woltermann: „Aber, wie auch in anderen Branchen ist das durchaus üblich und wird gerade aktuell beispielsweise auch in großen Möbelhäusern eingesetzt.“

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik