ZDK tritt aus Europa-Dachverband Cecra aus

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm

Die Unzufriedenheit ist schon länger zu spüren. Nun zieht das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe die Konsequenzen: Zum Jahresende tritt der ZDK aus dem europäischen Kfz-Verband Cecra aus und will eigene Wege gehen.

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Erst jedes dritte IT- und Digitalunternehmen hat erste Maßnahmen zur Umsetzung der DSGVO begonnen. Dabei drohen ab 25. Mai 2018 bei Datenschutz-Verstößen empfindliche Bußgelder.
Erst jedes dritte IT- und Digitalunternehmen hat erste Maßnahmen zur Umsetzung der DSGVO begonnen. Dabei drohen ab 25. Mai 2018 bei Datenschutz-Verstößen empfindliche Bußgelder.
(Bild: Pexels / CC0 )

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) tritt aus dem europäischen Kfz-Verband Cecra aus. Mit einem Brief vom 13. Juni hat der deutsche Verband der Cecra-Spitze mitgeteilt, zum Jahresende 2018 die Mitgliedschaft zu kündigen. „Einige Entwicklungen in den vergangenen zwölf Monaten haben dazu geführt, dass aus Sicht des ZDK der finanzielle und personelle Aufwand nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis steht“, begründet ZDK-Geschäftsführerin und Cecra-Vizepräsidentin Antje Woltermann die Entscheidung. „Wir sind seit Längerem mit verschiedenen Themen unzufrieden.“

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski kritisierte am europäischen Dachverband den wachsenden Mangel an Transparenz bezüglich der Ausrichtung des Verbands und des operativen Geschäfts. „Alle Versuche, die nötigen Änderungen herbeizuführen, sind letztlich gescheitert oder im Sande verlaufen.“

Der ZDK-Präsident kündigte an, die europäische Lobby-Arbeit in Brüssel fortzusetzen. Der ZDK hat seit einigen Jahren ein eigenes Büro in Brüssel. Von dort sollen die bestehenden Kontakte zur Politik ausgebaut werden. Zudem will der Verband stärker das Europabüro des ZDH nutzen. „Und wir werden uns bei dem Verband der kleinen und mittelständischen Unternehmen, UEAPME, mehr engagieren, als wir das in der Vergangenheit getan haben“, ergänzte Woltermann.

Damit folgt der ZDK anderen großen nationalen Verbänden, die dem europäischen Dachverband in den vergangenen Jahren ebenfalls den Rücken kehrten: Sowohl Faconauto (Spanien) und Federauto (Italien) als auch der NFDA (UK) sind keine Cecra-Mitglieder mehr.

Zugleich fügte der ZDK-Präsident hinzu, dass eine Rückkehr in den Dachverband durchaus denkbar sei. „Aus unserer Sicht ist die Tür zur Cecra noch nicht endgültig zugeschlagen.“ Mittelfristig sei eine Mitgliedschaft wieder denkbar, wenn eine Re-Organisation stattgefunden habe.

Nach eigenen Angaben vertritt der europäische Dachverband die Interessen der rund 330.000 Autohäuser und Werkstätten sowie die der etwa drei Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche. Cecra selbst ist klein aufgestellt: Generaldirektor Bernard Lycke hat Unterstützung von zwei Mitarbeitern im Brüsseler Büro.

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