ZDK-Umfrage: Ein Viertel der Betriebe hat eine E-Ladestation

Autor: Andreas Wehner

Die Branche engagiert sich beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Unter den Autohäusern verfügt fast die Hälfte über eine eigene Ladesäule, bei den freien Werkstätten sind es elf Prozent.

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(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Jeder vierte Kfz-Betrieb betreibt eine eigene Elektro-Ladestation. Das ergab die Umfrage „Kfz-Gewerbe 2020 plus“ unter Kfz-Unternehmen, die der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gemeinsam mit der Kölner Unternehmensberatung BBE Automotive durchführte. Gegenwärtig bieten der Umfrage zufolge 47 Prozent der Autohäuser und 11 Prozent der freien Werkstätten Ladestationen für Elektrofahrzeuge an.

Das Engagement leisten sie aus gutem Grund, denn 81 Prozent der Kfz-Unternehmer sind überzeugt, die noch zu geringe Zahl an Ladestationen sei ein wichtiges Motiv für die Kaufzurückhaltung mancher Autokunden bei den Stromern. Die kleinen und mittelständischen Kfz-Unternehmen machen sich für Ladesäulen oder Privilegien wie Parkplätze in ihrer Region stark und investieren selbst in Ladestationen.

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„Das ist eine von vielen wichtigen Maßnahmen, mit denen die Branche der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen will“, sagte Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk laut einer Mitteilung des Verbands. Kfz-Betriebe schafften vielerorts Anreize für Autofahrer, sich für ein E-Auto zu entscheiden, auch jenseits der reinen Vermarktung und Beratungsleistung gegenüber dem Kunden.

Jedes zweite Autohaus und sogar zwölf Prozent der freien Werkstätten bieten Probefahrten mit Elektroautos an. Viele ermöglichen indirekte Probefahrten, indem sie E-Autos als Vorführwagen, Ersatzwagen oder im Zuge ihrer Carsharing-Angebote einsetzen. So verwenden drei Prozent der Kfz-Unternehmen E-Fahrzeuge in ihren Carsharing-Projekten.

Die Mehrheit der Kfz-Betriebe (66 Prozent) sieht das klassische Werkstattgeschäft aufgrund der Elektromobilität im Wandel, auch weil diese Autos wartungsärmer sind. Viele stellen sich bereits auf das E-Zeitalter im Service ein: 41 Prozent der Autohäuser und 34 Prozent der freien Werkstätten sind laut Umfrage schon heute Fachbetriebe für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

Die Befragten prognostizieren einen stetigen Zuwachs an Fahrzeugen mit neuen Antriebsarten, vor allem von Elektrofahrzeugen (89 Prozent) und Hybriden (78 Prozent). Beim Blick in die fernere Zukunft ist die Branche jedoch gespalten. So sind 51 Prozent überzeugt, dass E-Mobilität auch in Jahrzehnten noch dominieren wird. Dagegen werten 49 Prozent der Umfrageteilnehmer das klassische E-Auto als Übergangstechnologie für andere Antriebe. Jeder zweite Unternehmer glaubt, dass in den kommenden Jahren auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge vorpreschen werden.

In der Umfrage wurden 454 Kfz-Unternehmen zu ihrem Engagement und ihrer Einschätzung in Sachen Elektromobilität befragt.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«