ZDK will Wechsel beim Vertriebssystem

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Mit Neuwagen erzielen Kfz-Betriebe schon länger nicht mehr die notwendige Marge für Investitionen. Nun bringt der ZDK eine neues Vertriebssystem ins Gespräch: den Kommissionsagenten.

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Der ZDK will weg vom Vertragshändlersystem, das den Unternehmen nur magere Margen, aber ein hohes Risiko einbringt.
Der ZDK will weg vom Vertragshändlersystem, das den Unternehmen nur magere Margen, aber ein hohes Risiko einbringt.
(Foto: Promotor)

Der ZDK denkt über einen Wechsel beim Vertriebssystem nach: Statt des bei den meisten Marken üblichen Vertragshändlersystems bringt der Verband ein Kommissionsagentsystem ins Gespräch. Dabei verkauft der Vertriebspartner der Hersteller die Neuwagen nicht auf eigenes Risiko, sondern vermittelt sie im eigenen Namen auf Rechnung des Herstellers. Dafür erhält er eine Provision.

„Aus meiner Sicht ist dies für Hersteller und Handel eine Win-Win-Situation“, sagte Branchenanwalt Christian Genzow während einer Veranstaltung im Rahmen der Bundestagung 2014. Zu den Gewinnern dürften aus Genzows Sicht allerdings nicht die Verbraucher zählen. Denn ihnen lässt das neue System künftig weniger Verhandlungsspielraum. Beim Kommissionsgeschäft kann der Hersteller den Preis vorgeben. Entscheidend dabei ist, dass sich alle Seiten an die Preisvorgaben halten.

„Eine Preisbindung hätte den Vorteil, wenn sie von allen konsequent durchgezogen wird, dass die Rabattschlachten sich erledigen“, betonte Genzow. Denn der Vertriebspartner kann gegenüber dem Käufer immer darauf verweisen, dass er an den Preis des Herstellers gebunden ist.

Im Gegensatz zum Handelsvertretersystem, bei dem das Solvenzrisiko des Käufers beim Hersteller liegt, ist im Kommissionagentensystem der Vertriebspartner dafür verantwortlich, dass der Kunde zahlt. Das Solvenzrisiko des Kunden liegt folglich beim Kommissionär.

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