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ZDK: Wirtschaftsministerium ignoriert Sorgen der Autohändler wegen E-Prämie

| Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Mit Verärgerung reagiert der ZDK auf die Absage aus dem Wirtschaftsministerium, die E-Auto-Prämie anzupassen. Weil durch die staatliche Förderung E-Neufahrzeuge für Kunden günstiger sind als junge gebrauchte Stromer, würden diese unverkäuflich. Nun drohe dem Handel ein Verlust in Millionenhöhe.

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Klare Ansage: ZDK-Präsident Jürgen Karpinski.
Klare Ansage: ZDK-Präsident Jürgen Karpinski.
(Bild: Zietz)

Als „Schlag ins Gesicht“ wertet ZDK-Präsident Jürgen Karpinski den ablehnenden Bescheid des Bundeswirtschaftsministeriums auf die Forderung des ZDK, die Förderrichtlinie für E-Fahrzeuge anzupassen. „Wir sind überrascht und sehr verärgert über die Art und Weise, wie das Ministerium berechtigte Sorgen und Nöte des mittelständischen Kfz-Gewerbes einfach vom Tisch wischt, ohne sich offenbar der Tragweite dieser Entscheidung bewusst zu sein“, so Karpinski.

Ein Kritikpunkt des ZDK bezieht sich auf den in der Förderrichtlinie festgelegten Mindestnachlass von 20 Prozent zuzüglich des Herstelleranteils bei der Förderung eines jungen Gebrauchtfahrzeugs, der mit dem typischen Wertverlust eines Fahrzeugs begründet sei. Dies sei ein massiver Eingriff in die Preishoheit der Autohäuser. Darauf hatte der ZDK das Ministerium aufmerksam gemacht und in einem Interview mit dem »kfz-betrieb« auf den drohenden Verlust in Millionenhöhe für den Autohandel hingewiesen.

In der Antwort des Ministeriums würden jedoch weder Anhaltspunkte für eine systematische Ermittlung dieses Wertverlusts noch eine Begründung für den Eingriff in die Preishoheit der Händler geliefert, kritisiert der ZDK-Präsident. „Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich aus unserer Sicht nicht differenziert genug mit den Auswirkungen der bestehenden Problematik auseinandergesetzt.“ Derweil blieben Tausende gebrauchte E-Fahrzeuge auf den Höfen der Händler stehen, weil sie durch die Förderrichtlinie schlagartig abgewertet würden.

Auf dieses Argument gehe das Ministerium in seiner Antwort ans ZDK aber gar nicht ein. „Wer die Elektromobilität in Deutschland zum Erreichen der Klimaziele nachhaltig fördern will, darf die auf den Handel zugelassenen Fahrzeuge nicht außen vor lassen“, betont Karpinski. „Sie bieten interessierten Kunden den unmittelbaren Einstieg in die E-Mobilität, und die Preisschwelle für E-Fahrzeuge sinkt.“ Gleichzeitig könnten die Händler durch den Verkauf von Bestandsfahrzeugen neue emissionsarme Fahrzeuge nachbestellen oder zulassen.

ZDK: „Wir sind jederzeit gesprächsbereit“

Außerdem hatte der ZDK gefordert, die erhöhte Innovationsprämie nachträglich auch für Neufahrzeuge zu gewähren, die nach dem 4. November 2019 und bis zum 3. Juni 2020 auf ein Autohaus zugelassen worden sind. Die Antragsstellung sollte auch dann möglich sein, wenn der im genannten Zeitraum geltende Umweltbonus bereits beantragt wurde oder das Fahrzeug als junges Gebrauchtfahrzeug weiterverkauft werden soll.

Diese Forderung wurde im Schreiben des Ministeriums aufgrund bestehender Antragsrückstände und hoher Bearbeitungszeiten des BAFA ausgeschlossen. „Ohne den Automobilhandel ist der Vertrieb von Elektrofahrzeugen gar nicht möglich. Wir können nicht akzeptieren, dass unsere Argumente als irrelevant abgetan werden, und fordern das Bundeswirtschaftsministerium dringend zu einer erneuten Prüfung auf. Wir sind jederzeit gesprächsbereit“, bietet der ZDK-Präsident den Dialog an.

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