ZDK zieht gemischte Bilanz für 2014

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Mehr Umsatz, weniger Rendite: Der ZDK kommt rückblickend für das abgelaufene Jahr auf eine gemischte Bilanz. Sorge macht dem Verband, dass die Ertragssäule Service dauerhaft unter Druck steht.

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(Foto: Zietz)

Der ZDK hat eine gemischte Bilanz für 2014 gezogen. Mehr verkaufte Neufahrzeuge und ein stabiles Gebrauchtwagengeschäft sowie ein leichtes Minus im Service hätten zu einem „insgesamt zufriedenstellenden“ Jahr geführt, bilanzierte Jürgen Karpinski auf der ZDK-Jahrespressekonferenz in Berlin. Allerdings schränkte der ZDK-Präsident ein: Dieses Urteil gelte für den Umsatz, der um 6,6 Prozent auf 147,8 Milliarden Euro gestiegen ist.

Anders verhält es sich mit der Rendite. Nach 1,3 Prozent im Jahr 2013 rechnet der ZDK für das abgelaufene Jahr mit einer Durchschnittsrendite zwischen 1 und 1,2 Prozent. Dies sei „absolut nicht ausreichend, um damit die steigenden Anforderungen an die Autohäuser und Werkstätten dauerhaft erfüllen zu können“, stellte Karpinski klar.

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Für das laufende Jahr ist der Zentralverband verhalten optimistisch: „Wir rechnen mit etwa 2,95 Millionen Neuzulassungen und einem stabilen Gebrauchtwagengeschäft mit rund sieben Millionen Besitzumschreibungen“, prognostiziert der ZDK-Präsident. „Das Servicegeschäft sollte sich auf dem Niveau des Jahres 2014 bewegen.“

Der Anstieg des Umsatzes lässt sich mit dem höheren Neuwagenabsatz, aber auch Verschiebungen im Gebrauchtwagenmarkt erklären:

  • Fast 85.000 mehr verkaufte Neuwagen ließen die Erlöse in diesem Geschäftsfeld um 7 Prozent auf 55,7 Milliarden Euro steigen.
  • Dagegen blieben die Besitzumschreibungen mit 7,07 Millionen Einheiten auf dem Niveau des Vorjahres (7,09 Millionen Stück). Dennoch legte der Umsatz aufgrund der jungen Gebrauchten um 12,5 Prozent auf 51,9 Milliarden Euro zu.
  • Rückläufig entwickelte sich der Service-Umsatz: Er sank um 3,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro.

Die negative Umsatzentwicklung im Service hat aus Sicht von Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk mehrere Ursachen: „Sie ist zum einen der steigenden Qualität der Fahrzeuge sowie verlängerten Garantiezeiten und Serviceintervallen geschuldet.“ Aber auch das milde Winterwetter zu Beginn des Jahres 2014 habe zu weniger Unfallschäden geführt.

Mit einer Quote von durchschnittlich 81 Prozent lag die Auslastung der Werkstätten 2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Jahres 2013. Insgesamt wickelten die 38.500 Kfz-Betriebe 2014 rund 67,5 Millionen Werkstattaufträge ab, also 1.753 Aufträge pro Betrieb. Im Vorjahr waren es noch 74 Millionen Aufträge gewesen.

Zusätzlich zur Zahl der Aufträge sanken auch die Kosten pro Wartung: Sie gingen 2014 auf durchschnittlich 245 Euro zurück, 2013 lagen sie noch bei 261 Euro. „Diese Tendenzen machen uns Sorgen, denn der Druck auf die Rendite im Service lässt ja nicht etwa nach, sondern wird durch nicht kostendeckende Servicepakete – etwa auf Basis der Schadensteuerungssysteme vieler Autoversicherer – weiter erhöht“, sagte Hülsdonk. „Der Druck auf die Rendite im Service wird aber auch durch All-inclusive-Flatrates für Neuwagenkunden sowie den wachsenden Einfluss des Internets weiter erhöht.“

Besserung ist nicht in Sicht: „Das Servicevolumen wird sich nicht mehr erhöhen“, betonte der Bundesinnungsmeister. Zugleich werde der Wettbewerb härter. Damit wird die Herausforderung für die Kfz-Betriebe künftig noch größer sein. „Die Zahl der Werkstätten wird eventuell geringer“, ist Hülsdonk überzeugt. Jeder müsse sehen, dass er der Schnellste und Beste wird.

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