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Zeitung: Piëch will Alfa Romeo

| Redakteur: Gerd Steiler

VW-Patriarch Ferdinand Piëch buhlt laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ um die italienische Sportwagenmarke - auch gegen den erklärten Willen von Fiat-Konzernchef Sergio Marchionne.

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VW-Patriarch Ferdinand Piëch will laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (FTD/Donnerstag) die italienische Sportwagenmarke Alfa Romeo als insgesamt 13 Marke in den Volkswagen-Konzern integrieren. Der Porsche-Enkel habe auf dem Pariser Autosalon „unmissverständlich klar gemacht“, dass VW Interesse an der Übernahme der zu Fiat gehörenden Kultmarke hat.

Piëch: „13 ist meine Glückszahl“

„Wir sind geduldig, wir können warten“, sagte Piëch dem Bericht zufolge am Mittwochabend am Rande einer Präsentation von neuen VW-Modellen in Paris. Wolfsburg habe keine Eile, sein Ziel zu erreichen - auch gegen den erklärten Willen von Fiat-Konzernchef Sergio Marchionne.

Marchionne möchte die Fiat-Autosparte neu aufstellen, um gegen große Rivalen wie Volkswagen und Toyota langfrsitig bestehen zu können. Kern der Strategie ist die Partnerschaft mit dem US-Autobauer Chrysler, dem Marchionne ebenfalls vorsteht. Die Pkw-Sparte von Fiat soll vom Turiner Konzern abgespalten und separat an die Börse gebracht werden.

Volkswagen kontrolliert einschließlich des Sportwagenbauers Porsche derzeit zehn Marken und ist zudem am Münchner Lkw-Bauer MAN sowie dem japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki beteiligt. Mit Alfa Romeo würde die Zahl auf 13 steigen. „13 war immer meine Glückszahl“, zitiert das Blatt Piëch.

„Überambitionierte“ Ziele

Die Sportwagenmarke Alfa Romeo gehört seit 1986 zum Turiner Fiat-Konzern, schrieb zuletzt aber nur noch rote Zahlen. Seit April sei zwar klar, dass der Mutterkonzern Alfa mit neuen Modellen und einer Rückkehr auf den US-Markt zu einem Neustart verhelfen wolle, schreibt das Blatt. Fiats Plan, die Verkäufe bis 2014 auf rund 500.000 Fahrzeuge mehr als vervierfachen zu wollen, werde von vielen Experten allerdings als „überambitioniert“ bezeichnet.

Volkswagen will laut Vorstandschef Martin Winterkorn bis 2018 zehn Millionen Fahrzeuge jährlich verkaufen und zum weltgrößten Autobauer aufsteigen.

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