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ZF-Chef kritisiert Wolfsburger Elektrostrategie

| Autor / Redakteur: dpa / Jens Rehberg

Der Chef des Automobilzulieferers ZF, Wolf-Henning Scheider, sieht bei Volkswagen eine zu starke Konzentration auf reine Elektromobilität. Entscheidend sei, was der Kunde letztlich will – und dafür gebe es nicht nur eine Lösung.

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ZF-Hauptverwaltung in Friedrichshafen
ZF-Hauptverwaltung in Friedrichshafen
(Bild: ZF)

Der Chef des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen, Wolf-Henning Scheider, sieht bei Volkswagen eine zu starke Konzentration auf reine Elektromobilität. „Man darf nicht die Strategie eines einzelnen Unternehmens mit der gesamten Branche gleichsetzen“, sagte der Vorstandschef dem „Tagesspiegel“ (Sonntag). Er habe zwar Respekt vor der Strategie des Autobauers, am Ende müsse aber der Kunde die Produkte kaufen. „Und da wird es nicht nur die eine Lösung geben.“

Wenn es um Alternativen zum Verbrennungsmotor geht, setzt die Branche zurzeit neben batterieelektrischen Antrieben etwa auch auf Brennstoffzellentechnik, synthetische Kraftstoffe oder Hybride. Volkswagen-Chef Herbert Diess legt aber den Fokus auf E-Mobilität und will mehr reine Elektromodelle auf die Straße bringen. Nach Angaben von letzter Woche sollen bis 2028 fast 70 neue E-Auto-Modelle in den Verkauf gehen. Zuvor hatte Wolfsburg noch von 50 E-Modellen gesprochen. In den kommenden zehn Jahren will Volkswagen dann 22 Millionen Elektroautos bauen statt der bisher angepeilten 15 Millionen.

Der Umstieg auf ein Elektroauto sei aber für viele Kunden von heute auf morgen nicht möglich, sagte ZF-Chef Scheider. Es hake etwa an der Reichweite der E-Fahrzeuge. „Ich bin davon überzeugt, dass sich dieses Thema mit der Zeit lösen lässt. Aber nicht in den nächsten 10 bis 20 Jahren.“

ZF selbst setze auf eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, die bald rein elektrische Reichweiten von 80 bis 100 Kilometern ermögliche, sagte Scheider. Ende des Jahres würden die ersten Fahrzeuge mit diesem Antrieb im Handel stehen.

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