Betrüger im Kfz-Gewerbe ZLW warnt vor getarnten Phishing-Mails

Autor: Doris Pfaff

Derzeit klagen vermehrt Handwerksbetriebe über Mails, in denen sie abgemahnt und zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert werden. Die ZLW warnt vor solchen Fake-Abmahnungen und rät dringend, deren Anhänge nicht zu öffnen.

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Derzeit bekommen Handwerksbetriebe gehäuft E-Mails mit angeblichen Abmahnungen.
Derzeit bekommen Handwerksbetriebe gehäuft E-Mails mit angeblichen Abmahnungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Sogenannte Abmahnmails gibt es schon länger. Doch derzeit werden vor allem Handwerksbetriebe von Mails überhäuft, die angeblich von einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei stammen. Die Zentralvereinigung des Kraftfahrzeuggewerbes zur Aufrechterhaltung lauteren Wettbewerbs (ZLW) verweist dazu auf eine Reihe von Fällen, die der Handwerkskammer Lübeck zugetragen wurden.

Um möglichst glaubwürdig zu wirken, steht im Betreff eine Abkürzung für ein Aktenzeichen, derzeit heißt es meist „AZ206/06 Elektronische Zustellung – Unterlassungserklärung“, so die Handwerkskammer.

Angehängt findet sich meist eine Zip-Datei, die die Details der Unterlassungserklärung erläutern soll, sowie ein Passwort, mit dem sich der Unternehmer auf einer Seite einwählen soll. Teilweise wird in der Mail auch auf ein Schreiben verwiesen, das bereits mit der Post verschickt worden sei.

Vorsicht: Trojaner

Die Handwerkskammer Lübeck überprüfte laut ZLW nun einige Mails. Die in den Schreiben genannten Kanzleien gab es nicht. Bei den Zip-Dateien handelte es sich meist um Trojaner, die durch das Öffnen der Mail auf den Rechner gelangen und so Daten stehlen können.

Deshalb sollten Betriebe grundsätzlich bei solchen Mails sehr vorsichtig sein, sich nicht verunsichern lassen, keine Zip-Anhänge öffnen, auf keinen Fall Zahlungsaufforderungen nachkommen oder gar Daten herausgeben, rät die Handwerkskammer.

Wer an der Echtheit einer Mail zweifelt, sollte selbst im Netz nach dem Unternehmen suchen, das die Mail angeblich verschickt hat, und die Kontaktdaten vergleichen. Sollte es die Kanzlei geben, sollten die Betroffenen dort telefonisch nachfragen, ob sie eine Mail verschickt haben.

Sind sehr knappe Rückmeldefristen gesetzt, sollte das ebenfalls misstrauisch machen. Eine Frist von ein bis drei Tagen sei laut der Handwerkskammer Lübeck unüblich. Die ZLW rät Mitgliedern, im Fall einer Abmahnung grundsätzlich bei der ZLW in Bonn unter der Telefonnummer 0228 9127-223 nachzufragen.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik