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Zoll warnt Kfz-Branche wegen Corona vor Geldwäsche-Tätern

| Autor: Doris Pfaff

Geldwäsche-Täter könnten es mit zunehmenden Lockerungen in der Corona-Krise auch auf das Kfz-Gewerbe abgesehen haben und versuchen, höhere Bargeldsummen in den Wirtschaftskreislauf zu schleusen. Das befürchtet der Zoll.

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Der Lockdown hat Geldwäschern das Leben erschwert. Nach den Lockerungen könnten sie nun viel nachholen, befürchtet der Zoll.
Der Lockdown hat Geldwäschern das Leben erschwert. Nach den Lockerungen könnten sie nun viel nachholen, befürchtet der Zoll.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Die Coronakrise und die zunehmenden Lockerungen könnten von Geldwäschern genutzt werden, um ihren aus Straftaten stammenden Bargeldbestand in die Wirtschaft zu bringen. Das befürchtet die beim Zoll angesiedelte Financial Intelligence Uni (FIU) und hat ein entsprechendes Typologiepapier veröffentlicht, teilte der Kfz-Landesverband Baden-Württemberg mit. Die Fallauswertungen und -beschreibungen sollen Betriebe im Umgang mit dem Thema sensibilisieren, um nicht Opfer von Geldwäschern zu werden.

Weil auch die Geldwäsche-Täter in ihren Machenschaften während des Shutdowns eingeschränkt waren, schätzt die FIU das Risiko hoch ein, dass sie jetzt verstärkt versuchen werden, hohe Geldbeträge reinzuwaschen. Gefährdet seien vor allem bargeldintensive Gewerbe und Betriebe, die in Liquiditätsnot geraten sind.

Diese Fälle hält der Zoll für möglich

Weil auch im Autohandel größere Geldsummen anfallen, hält die FIU speziell das Kfz-Gewerbe für gefährdet und hat folgende Fälle konstruiert, die möglich sind.

  • Ein Betrieb befindet sich durch die Corona-Krise in finanziellem Engpass und bekommt von einem vermeintlich „rettenden Engel“ ein hohes Bargelddarlehen zu sehr guten Konditionen angeboten, das der Betrieb später bargeldlos tilgt.
  • Einem in Schieflage geratenen Autohaus könnte eine stille Beteiligung angeboten werden. Der Geldgeber gibt vor, sich aus mangelnder Kenntnis nicht in den Betrieb einzumischen.
  • Als Kunde getarnt, könnte der Täter gleich mehrere Fahrzeuge kaufen wollen, die er auch bar zahlt. Doch nur einen kleineren Teil der Fahrzeuge lässt er sich liefern, für den größeren Teil sollen später Schein-Rechnungen erstellt und das Geld zurückerstattet werden.

Als Begründung für den hohen Bargeldbestand könnten die Täter eventuell angeblich ausgezahlte Corona-Soforthilfen angeben, so die FIU. Aufgrund der möglichen Gefahren und Konstellationen empfiehlt die Zoll-Einrichtung, generell bei besonders lukrativen Angeboten sehr aufmerksam zu sein und im Verdachtsfall mit der FIU Kontakt aufzunehmen.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik