Zollstreit: Deutsche Autoindustrie als Botschafter im Weißen Haus

Trump empfängt Autobosse

| Autor: dpa

Die deutschen Autohersteller Volkswagen, Daimler und BMW wollen mit großen Investitionen in den USA die Autozölle für US-Importe aus Europa verhindern. „Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, um die Autozölle zu vermeiden“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Herbert Diess, am Dienstag nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump und weiteren Vertretern der US-Administration im Weißen Haus.

Diess sprach von einem „überzeugenden Investitionsprogramm“, das Volkswagen in den USA vorlegen könne. „Der Präsident hat einen Punkt, wenn er uns überzeugen will, mehr zu investieren und wir sind bereit, mehr zu investieren“, sagte Diess. Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, Trump habe positiv auf die vorgelegten Konzepte der Stuttgarter reagiert.

Die deutsche Autoindustrie verfügt derzeit über einen vergleichsweise bescheidenen Marktanteil von etwa fünf Prozent in den USA. Volkswagen hat allein ungefähr 3,7 Prozent. Wachstum sei auf dem zweitgrößten Automobilmarkt der Welt nach China möglich, hieß es.

Alle drei Autohersteller betonten, es sei nicht darum gegangen, Stellvertreter-Verhandlungen über Handelssachen zwischen Europa und den USA zu führen. Die Gespräche seien in enger Absprache mit der Bundesregierung und mit der Europäischen Union erfolgt. Diess sprach von „maximaler Abstimmung“ mit den staatlichen und EU-Stellen. Die Politik befürchtet, die Autokonzerne könnten von Trump benutzt werden, um Druck auf die EU auszuüben.

EU kritisiert Rolle der Autohersteller

Aus Brüssel hatte es auch Kritik gehagelt, dass Autohersteller sich in die Verhandlungen drängten, die per Mandat die EU-Kommission führen müsse. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat sich zum Ziel gesetzt, mit den USA ein generelles Handelsabkommen für Industrieprodukte zu erreichen, das ein Zollniveau von Null vorsieht.

Die Bundesregierung bezeichnet die Gespräche der Autobauer als „nachvollziehbar“, schließlich seien die deutschen Hersteller große Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten und investierten dort viel. Zugleich betonte sie aber, die Gespräche der Automanager hätten einen unternehmerischen Hintergrund und seien von handelspolitischen Fragen klar zu trennen. Auf politischer Ebene liege die Zuständigkeit für Handelsfragen bei der EU-Kommission.

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