Zum Laden ab in den Schrank

Autor Ottmar Holz

Egal ob Akkuflex, Diagnosetester oder Tablet: Die Zahl von Elektrogeräten mit Lithium-Ionen-Akkus in der Werkstatt steigt von Tag zu Tag. Meist werden sie unbeaufsichtigt über Nacht geladen – doch das ist (brand-)gefährlich.

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Jedes Fach hat an der Rückwand eine Steckdosenleiste mit 10-Anschlussplätzen.
Jedes Fach hat an der Rückwand eine Steckdosenleiste mit 10-Anschlussplätzen.
(Bild: Asecos)

Lithium-Ionen-Batterien sind sehr leistungsstarke Energiespeicher und werden aufgrund ihres geringen Gewichts immer mehr eingesetzt in Elektrogeräten. Doch die praktische und effiziente Technologie hat Sicherheitsrisiken. Das zeigt die steigende Zahl an Bränden und Explosionen, die durch defekte Akkus ausgelöst wurden. Gerade das im Regelfall unbeaufsichtigte Laden über Nacht ist gefährlich, denn auch ein augenscheinlich äußerlich unbeschädigter Akkupack kann beim Laden überhitzen und dann in Flammen aufgehen.

Keine gesetzlichen Vorgaben

Aktuell gibt es keine gesetzlichen Vorgaben für die Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus, allerdings ist das Thema noch vergleichsweise neu. Sachversicherer in Deutschland empfehlen Sicherheitsschränke. So schreibt etwa der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft: „Lithium-Batterien sind grundsätzlich wie ein Gefahrstoff zu behandeln.“ Und: „Bereiche mit Batterien mittlerer Leistung sind von anderen Bereichen räumlich (mindestens 5 Meter) oder baulich feuerbeständig abzutrennen.“ (Quelle jeweils: Publikation VdS 3103 | 2016-05 (02); Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V., Hrsg.; veröffentlicht durch VdS Schadenverhütung GmbH.)

Die Praxis sieht anders aus: In einer Ecke bei den Vorratsregalen oder auf der Werkbank vor der Werkzeugwand stehen meist mehrere Ladestationen ungeschützt dicht beieinander, das Ganze gerne noch garniert mit einzelnen Spraydosen oder sonstigen brennbaren Verbrauchsstoffen oder Ersatzteilen.

Maximaler Brandschutz von innen und außen

Den nötigen Schutz bietet beispielsweise ein Sicherheitsschrank der neuen Baureihe „Ionline“ von Asecos. Die Typ-90-Schrankserie erlaubt die aktive oder passive Lagerung von neuen oder gebrauchten Akkus und Batterien der mittleren Leistungsklasse (nach VdS 3103 | 2016-05 (2)). Aktive Lagerung bedeutet, dass der Besitzer Akkus im Schrank je nach Ausführung nicht nur sicher lagern, sondern gleichzeitig auch laden kann.

Die Lithium-Ionen-Sicherheitsschränke gewährleisten laut Anbieter einen zweifachen Schutz: Sie bieten die von Asecos gewohnten 90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit von außen nach innen. Das heißt, sollte außerhalb des Schranks ein Brand entstehen, sind die Akkus im Inneren vor dem Überhitzen geschützt. So wird sichergestellt, dass sich die Akkus nicht infolge eines Gebäudebrands spontan entzünden, instabil werden oder explodieren. Neu ist ein zusätzlicher 90-minütiger Brandschutz von innen nach außen mit zusätzlicher Warnfunktion.

Bei dem mehrstufigen Warn- und Brandunterdrückungssystem im Schrankinneren warnt in erster Instanz ein akustisches und optisches Signal den Nutzer, sobald eine Temperatur von über 50 Grad Celsius im Schrankinneren festgestellt wird. Die nächste Alarmierung erfolgt, wenn im Schrank eine Rauchentwicklung erkannt wird. Zusätzlich zu optischem und akustischem Alarm am Schrank, kann das Alarmsignal über einen potentialfreien Schaltkontakt an die Gebäudeleittechnik weitergeleitet und eine befugte Person informiert werden. Diese Alarmstufe lässt bereits frühzeitig ein größeres Gefahrenpotential erkennen. Wird zusätzlich zur Rauchentwicklung ein Temperaturanstieg auf über 70 Grad Celsius ermittelt, erfolgt die letzte Alarmierung. Die rote LED-Warnleuchte am Schrank schaltet von Dauerlicht auf Blinklicht und der Alarmton steigert sich auf ein schnelles Tonintervall. Jetzt löst auch das Brandunterdrückungssystem aus. Es verteilt Löschpulver gleichmäßig im gesamten Schrankinnenraum. Als weitere Schutzmaßnahmen schalten sich zeitgleich die Steckdosenleisten im Schrank sowie die technische Entlüftung ab.

Geprüfte Sicherheit

Für den Brandschutz von innen nach außen erfolgten laut Anbieter zusätzliche Prüfungen in Anlehnung an die EN 1363-1 sowie nach dem DIBt-Entwurf „Grundsätze für Prüfung und Beurteilung des Feuerwiderstandes von Brandschutzgehäusen für Verteiler für elektrische Leitungsanlagen – Brand von innen“. Wie alle Typ-90-Schränke von Asecos ist auch die Ion-Line für den Brandschutz von außen nach innen geprüft nach DIN EN 14470-1 und entspricht den aktuell gültigen Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 510).

Auf jeder Fachebene im Inneren des Schranks sorgt eine Steckdosenleiste aus Metall mit zehn Schukosteckdosen für die nötige Stromversorgung. Die Regalböden bestehen aus einem Metallgitterrost, der die nötige Luftzirkulation zulässt. Die Türen sind mit Profilschließzylindern gesichert, die der Betrieb auch in eine bestehende Schließanlage integrieren kann. Asecos bietet beispielsweise den Batterieladeschrank Ion-Classic-90 in anthrazitgrau mit enzianblauen Türen mit fünf Gitterrostböden unter der Bestellnummer 37276-047-38082 für 6.062 Euro (netto zzgl. MWSt.) an. Neben der Kaufoption hat der Kunde auch die Möglichkeit, die Schränke bei Asecos zu mieten (Preise auf Anfrage).

Auch wenn es derzeit noch keine Lagervorschriften für Lithium-Ionen-Akkus gibt, dürften sich die Kosten für den Schrank senken lassen: Handeln Sie mit Hinweis auf die gesteigerte Sicherheit die Policen mit Ihrer Brand- und Diebstahlversicherung neu aus!

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