Pebble Beach Zwei neue Supersportler in Kleinserie

Autor / Redakteur: dpa / Marie Lücke

Beim Oldtimer-Treffen Concours d'Elegance in Pebble Beach gab es gleich zwei Kleinserien-Ankündigungen: Lamborghini feiert ein Comeback des legendären „Countach“, Bugatti baut den letztes Jahr als Prototyp vorgestellten „Bolide“ in Kleinauflage. Letzterer hat aber einen kleinen Makel.

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Er war einer der bekanntesten Sportwagen seiner Zeit – jetzt soll der Lamborghini „Countach“ zurückkommen.
Er war einer der bekanntesten Sportwagen seiner Zeit – jetzt soll der Lamborghini „Countach“ zurückkommen.
(Bild: Lamborghini)

Es tut sich was in der Welt der Supersportwagen. Lamborghini und Bugatti haben beim Concours d'Elegance in Pebble Beach (USA) jeweils ein hoch exklusives Modell angekündigt. Für beide müssen betuchte Käufer mehrere Millionen Euro hinlegen.

Lamborghini lässt den legendären Countach auferstehen. 50 Jahre nach der Premiere des Supersportwagens bringt der italienische Autohersteller eine neue Kleinserie im Geiste des Originals. Exakt 112 Mal will Lamborghini das Countach LPI 800-4 genannten Modell bauen – und dafür jeweils rund zwei Millionen Euro verlangen.

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Technisch eng verwandt ist der neue Countach mit dem aktuellen Lamborghini-Topmodell Aventador. Die Kohlefaser-Karosserie ist aber fast genauso keilförmig und glatt wie beim Original, das in den 1970er und 1980er Jahren als Inbegriff des Supersportwagens galt.

V12-Motor mit Elektro-Unterstützung

Auch beim Antrieb, der hinter den beiden Sitzen unter Glas montiert sein wird, halten sich die Italiener ans Original. Sie bauen wieder einen V12-Motor ein, der nun allerdings alle vier Räder antreibt. Der Motor stammt jedoch aus der Kleinserie Sian aus dem Jahr 2020 und schlägt damit eine Brücke in die Zukunft. Denn zu den 574 KW/780 PS des 6,5 Liter großen Zwölfzylinders kommen hier noch einmal 25 kW/34 PS aus einem im Getriebe integrierten E-Motor hinzu.

Auch wenn der Countach damit nicht elektrisch fahren kann, wird er so zum Vorboten des ersten reinen Lamborghini-Stromers, den Firmenchef Stephan Winkelmann für das Jahr 2025 angekündigt hat. Zusammen 599 KW/814 PS stark, beschleunigt der Countach der Neuzeit in 2,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht bei Vollgas 355 km/h. Damit ist er rund 50 km/h schneller als der erste Countach.

4,8 Millionen Euro für einen besonders exklusiven Bugatti

Noch exklusiver geht es bei Bugatti zu. Gut ein Jahr nach dem Debüt der Studie „Bolide“ kündigte der Sportwagenbauer in Pebble Beach eine Kleinserie des Modells in einer Auflage von 40 Exemplaren an. Der Preis liegt bei 4,8 Millionen Euro. Ab 2024 soll der Sportwagen zu haben sein.

Mit dem Bugatti Chiron teilt sich der Bolide dabei nach Angaben des Herstellers lediglich den 16-Zylinder-Motor mit acht Litern Hubraum, der noch einmal überarbeitet wurde: Freigegeben für Rennbenzin mit 110 statt 98 Oktan steigt die Leistung laut Bugatti so von 1.600 PS auf 1.850 PS.

Keine Straßenzulassung

Weil gleichzeitig das maximale Drehmoment auf 1.850 Newtonmeter steigt, das Gewicht aber durch die Karosserie aus Karbon und den Verzicht auf allen Luxus auf rund 1,5 Tonnen sinken soll, stellt Bugatti beinahe unglaubliche Fahrleistungen in Aussicht: Aus dem Stand soll das nicht einmal einen Meter hohe Geschoss in 2,17 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Bei Vollgas soll das Limit erst bei mehr als 500 km/h erreicht sein.

Zwar macht der Bolide seinem Namen alle Ehre. Doch hat die Sache einen Haken: Genau wie dem Prototyp aus dem vergangenen Jahr wird auch der Kleinserie die Straßenzulassung fehlen, räumt Bugatti ein. Der Hersteller will die Kunden stattdessen regelmäßig zu Tracktests auf die Rennstrecken bitten.

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