Audi: Digitale Dienste sollen Hälfte des Umsatzes ausmachen

Von Jens Rehberg

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Wie die Zeitschrift „Bilanz“ berichtet, soll der Umsatzanteil, den Audi künftig mit Software und IT-Diensten machen will, mittelfristig drastisch ansteigen.

Cockpit-Ansicht aus der E-Tron-Quattro-Studie.(Foto:  Audi)
Cockpit-Ansicht aus der E-Tron-Quattro-Studie.
(Foto: Audi)

Der Umsatzanteil, den Audi mit Informationstechnik, Software und darauf basierenden Dienstleistungen rund ums Autofahren erwirtschaften will, soll bis 2020 rund die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen. Dies will das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ aus Herstellerkreisen erfahren haben. Gemessen am zuletzt ausgewiesenen Jahresumsatz der Ingolstädter würde das einer Größenordnung von etwa 27 Milliarden Euro entsprechen.

Die „Spekulationen über künftige Umsatzanteile“ wollte ein Audi-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage von »kfz-betrieb« nicht kommentieren. Er sagte lediglich: „Dass die Digitalisierung für unser Geschäft rasant an Bedeutung zunehmen wird, können sie am Erwerb von Here sehen, zusammen mit BMW und Daimler.“ Die drei deutschen Autobauer hatten Nokia den Kartendienst im vergangenen Jahr für rund 2,5 Milliarden Euro abgekauft. Here soll den Herstellern nicht nur hochpräzise Karten liefern, ohne die selbstfahrende Autos nicht auskommen können. Unter dem Dach der Firma wird auch eine Plattform zum Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen aufgebaut, deren Technik Here als weltweiten Standard zu etablieren hofft.

Wie „Bilanz“ weiter berichtet, will Audi-Chef Rupert Stadler im Sommer die Details seiner neuen Digital-Strategie vorlegen. Unter anderem will Audi seinen Kunden künftig kostenpflichtige Software-Updates anbieten. Ein Fahrer könnte beispielsweise regelmäßig neue Oberflächen-Designs für Tacho, Drehzahlmesser und andere Anzeigen vom Audi-Server herunterladen.

Bereits auf dem „Tag der Automobilwirtschaft“ Anfang November in Nürtingen hatte Vertriebschef Wayne Griffiths den Zuhörern aus der Branche berichtet, Audi denke über den Einsatz von Ausstattungsfeatures „on demand“ nach. Braucht ein Kunde einige Funktionen nur zeitweise, wie beispielsweise das Matrix-Licht bei schlechter Sicht, könnte er diese künftig über „Audi Connect“ dazu buchen. Wenn damit pro Fahrzeug pro Jahr eine Steigerung um nur ein Prozent des ursprünglichen Fahrzeugwerts generiert werden könne, bestehe laut Griffiths die Chance auf rund eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz.

Zudem hatte Griffiths ein weiteres künftiges Potenzial aus dem Kontext der Digitalisierung des Verkaufsprozesses beziffert: Im Rahmen der digital gestützten Fahrzeug-Konfiguration erhofft sich der Hersteller offenbar bis zu zehn Prozent mehr Ausstattungsumsatz.

Sollte die Audi-Führung tatsächlich planen, mittelfristig in die oben genannten Umsatz-Dimensionen im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Diensten und Prozessen vorzustoßen, müssten künftig wohl auch erhebliche Absatz-Volumina über digitale Verkaufskanäle generiert werden. Dazu betonte Audi bislang stets, die Handelspartner als maßgebliche Vertriebsschnittstelle zum Kunden beibehalten zu wollen – trotz medienwirksamer Versuchsballons mit herstellereigenen digitalen Schauräumen in London, Peking und Berlin.

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