BFC: Neukonzeption in Northeim

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle/Andreas Grimm / Andreas Grimm

Die BFC steht vor einem Neubeginn: Nach dem Ende des laufenden Schuljahrs schließt der Standort Calw der Bundesfachschule. Künftig sollen in Northeim mit einem neuen Konzept die Schülerzahlen wieder steigen.

Die Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (BFC) geht mit einem neuen Ausbildungskonzept an den Start: Ab dem Schuljahr 2012/13 will sich die Schule auf den Standort Northeim in Niedersachsen konzentrieren und den Standort Calw schließen. Eine Beeinträchtigung für den laufenden Schulbetrieb sieht die Bundesfachschule dadurch nicht.

„Die Bundesfachschule ist unser Aushängeschild für den Nachwuchs, und das soll auch so bleiben“, erläutert ZDK-Präsident Robert Rademacher. Durch notwendige Veränderungen will die Verbandsorganisation die Schülerzahlen wieder erhöhen. Rund 100 Schüler sind am Standort Northeim notwendig, um einen sich selbst deckenden Betrieb zu garantieren. Für das Schuljahr 2013/2014 soll die Schülerzahl auf rund 120 steigen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Um die Schule entsprechend stärker auszulasten, will die Verbandsorganisation kräftig die Werbetrommel rühren. Schulleiterin Sylvia Gerl, die derzeit beide Standorte führt, werde wieder verstärkt in Schulen akquirieren. Zudem werden Landesverbände und Innungen auf Kfz-Betriebe zu gehen. „Wir haben auch einen namhaften Hersteller, der sich für die BFC einsetzen und in seiner Vertriebsorganisation dafür werben will.“

Zudem soll das Konzept auf neue Beine gestellt werden: die generelle Ausbildung soll ergänzt werden um die Möglichkeit der Spezialisierung. Künftig können Schüler zwischen verschiedenen Fachbereichen wie Vertrieb, Werkstatt-/Kundendienst, Verwaltung/Back Office wählen. Details zum Konzept werden derzeit ausgearbeitet.

„Wir halten die praxisorientierte Ausbildung zum Kfz-Betriebswirt bei der BFC nach wie vor für unverzichtbar, weil sie in unserer Branche einzigartig ist“, sagte ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz, der zugleich Vorsitzender der BFC ist. „Dieses Konzept werden wir bewahren, aber in einigen Punkten überarbeiten, um so die Anforderungen der Betriebe und die Erwartungen der Schüler noch besser zu erfüllen und das Berufsbild Kfz-Betriebswirt dauerhaft zukunftsfähig zu gestalten.“ Auch künftig soll also auf eine akademische Ausbildung verzichtet werden.

31230450

Die Entscheidung fiel den Beteiligten schwer. Grundlage bildete die Analyse der aktuellen Situation in den Standorten samt aktueller Entwicklung. Dazu erstellte ein Unternehmensberater eine umfangreiche Analyse.

Für die Entscheidung, den Gründungsstandort Calw aufzugeben und zugleich die Schule in Northeim beizubehalten, nannte der ZDK mehrere Gründe: Neben der moderneren Infrastruktur sei dies vor allem die Schülerzahl gewesen: Im laufenden Schuljahr 2011/12 bildet die BFC an beiden Standorten 154 Schüler aus, davon 69 in Calw und 85 in Northeim.

Wandel in der Ausbildungslandschaft

Der Kampf um die dauerhaft rückläufige Zahl der Schulabgänger für die Ausbildung, dazu weniger familiengeführte Kfz-Betriebe mit Nachfolgebedarf in Führungspositionen und nicht zuletzt ein wettbewerbsintensives Umfeld im Aus- und Weiterbildungsbereich hätten die Entscheidung für die Konzentration auf einen BFC-Standort maßgeblich beeinflusst.

Als maßgeblichen Grund für die negative Entwicklung der Bundesfachschule in den vergangenen Jahren nennt der ZDK die veränderte Ausbildungslandschaft sowie den demographischen Wandel. Der rückläufigen Zahl der Schulabgänger stehe ein größeres Angebot im Aus- und Weiterbildungsbereich gegenüber. Dadurch hat der Wettbewerb um die Jugendlichen wesentlich zugenommen.

Betroffen von der Schließung in Calw sind rund 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon drei Dozenten. Vier Gebäude sind im Besitz der Schule, die nun verkauft werden sollen: Je zwei Schulhäuser und Wohnheime.

Auf Seite 2: Ziele und Entwicklung der BFC Calw

(ID:389451)