Cadillac will in Europa die am schnellsten wachsende Premiummarke werden

Von Jens Rehberg

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Das GM-Premiumfabrikat hat in Europa seinen Tiefpunkt überwunden und bereitet sich auf neue Modelle und starkes Wachstum vor. Chef-Händlernetzentwickler Helmut Stadler erläutert im Interview die Perspektiven.

Helmut Stadler ist Director Retail Network Development bei der Cadillac Europe GmbH in Glattpark bei Zürich.(Bild:  Rehberg)
Helmut Stadler ist Director Retail Network Development bei der Cadillac Europe GmbH in Glattpark bei Zürich.
(Bild: Rehberg)

Der Tiefpunkt scheint überwunden – 2014 hatte Cadillac in Deutschland keine 100 Neuwagen mehr verkauft. Im vergangenen Jahr waren es zumindest schon wieder 225. Und auch der Jahresstart 2016 ist vielversprechend verlaufen: In den ersten vier Monaten konnten die Cadillac-Partner ihr Volumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf geringem Niveau mehr als verdoppeln.

12 Milliarden Dollar will General Motors bis zum Ende des Jahrzehnts in seine führende Premiummarke investieren – was das für den europäischen Markt bedeutet, erläutert der Direktor Händlernetzentwicklung bei Cadillac Europa, Helmut Stadler, im Gespräch mit »kfz-betrieb«:

Redaktion: Wann wird Cadillac in Europa wieder ein relevantes Fabrikat sein?

Helmut Stadler: Wir wollen zum Ende des Jahrzehnts hin sehr stark wachsen. Wir planen beispielsweise, unser Volumen in Europa von 2019 auf 2020 zu verdreifachen. Und im darauffolgenden Jahr wollen wir das Volumen noch einmal verdoppeln. Wenn alles so kommt, wie wir uns das vorstellen, werden wir zu diesem Zeitpunkt die am schnellsten wachsende Premiummarke sein.

Wie wollen Sie das schaffen?

Wir arbeiten derzeit an der Entwicklung mehrerer sehr vielversprechender Modelle. Wenn diese Fahrzeuge kommen, müssen wir unser Händlernetz entsprechend vorbereitet haben.

Cadillac kann in Europa nicht auf eine starke Marke bauen – wie wollen Sie das ändern?

General Motors fährt gerade ein extrem umfangreiches Investitionsprogramm für Cadillac. Diese Mittel fließen nicht nur in neue Produkte, sondern auch die Marke soll neu belebt und wieder im Premiumsegment etabliert werden. Wir investieren in Europa signifikant in die Markenbildung. Das wird sich bald auch an den Verkaufsstandorten bemerkbar machen.

Eine große Aufgabe...

Zumindest fangen wir nicht bei null an – die Marke kann sich auch in Europa auf eine hohe Bekanntheit stützen. Darauf werden wir aufbauen. Die ersten Kampagnen für eine Neupositionierung der Marke gibt es bereits – wenn sie greifen, werden wir möglicherweise schon bald wieder in die engere Auswahl potenzieller Kunden miteinbezogen.

In welche Richtung läuft Ihre Modellpolitik?

Cadillac war einmal dafür bekannt, sehr große und sehr gutaussehende Limousinen zu bauen. Mit unserem neuen Flaggschiff CT6 werden wir ein Auto bringen, das an diese Tradition anknüpft. Damit führen wir zugleich eine neue Nomenklatur ein und der Fantasie zu einer entsprechenden Fortführung sind da keine Grenzen gesetzt. Wir werden auf jeden Fall in allen für den Premium-Bereich relevanten Segmenten präsent sein. Und neben den Limousinen wird ein zweiter Schwerpunkt auf SUV- beziehungsweise Crossover-Modellen liegen.

Was können Sie zu den kommenden Motoren sagen?

Wir planen auf jeden Fall mit Diesel-Aggregaten im Cadillac-Portfolio. Zum genauen Zeitpunkt können wir noch nichts Verbindliches sagen. Wir glauben nicht an einen größeren und langfristigen Imageschaden des Diesels – dieser Antrieb wird eine interessante Alternative bleiben. Ob der Elektroantrieb, der bei GM ja vorhanden ist, für unser Premium-Fabrikat relevant sein wird, haben wir noch nicht abschließend beurteilt – das muss auch die Entwicklung des Marktes zeigen.

Was passiert mit der Corvette und dem Camaro? Diese beiden Modelle vermarktet Cadillac in Europa ja mit…

Wir werden das Luxus-Sportsegment in Europa natürlich weiterhin besetzen.

Seit eineinhalb Jahren gehört Cadillac in Europa zur Opel Group – was hat das für Auswirkungen?

Vor allem profitieren wir sehr von der Nähe zu Opel, da wir uns die zentralen Dienste teilen können – sei es der Einkauf oder auch die Rechtsberatung im Hinblick auf unsere Partnerverträge. Das alles funktioniert sehr gut.

Werden sich die Händlernetze wieder stärker überschneiden?

Nein. Aber wir können natürlich die Händler, die einen sehr guten Job bei Opel machen und von denen wir zusammen mit unseren Kollegen bei Opel glauben, dass Sie sich im Premium-Bereich gut aufstellen können, gezielter ansprechen.

Wie sieht Ihre Netzzielgröße aus? Für Deutschland wurde in der Vergangenheit immer wieder die Zahl 30 genannt.

Wir wollen in Europa insgesamt mit ungefähr 70 Händlern zusammenarbeiten. Im Moment haben wir in Deutschland 14 Vertriebspartner, mit denen wir hervorragend kooperieren. Im Idealfall kommen wir allein über die Ausdehnung der Filialnetze unserer bestehenden Partner auf eine Marktabdeckung in der Fläche.

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