Continental: Kamera sticht Spiegel

Redakteur: Christopher Kampfmann

Continental demonstriert sein neues Kamera-Monitor-System. Dieses soll Außen- und Innenspiegel in Fahrzeugen ersetzen. Der Einsatz im Straßenverkehr soll ab 2018 möglich sein.

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Kameras und Bildschirme sollen in Zukunft die Spiegel in den Fahzeugen ersetzen und so das Fahren sicherer machen.
Kameras und Bildschirme sollen in Zukunft die Spiegel in den Fahzeugen ersetzen und so das Fahren sicherer machen.
(Foto: Continental)

Bei dem Kamera-Monitor-System von Continental zeigen zwei Monitore mit Leuchtdioden anstelle der bisherigen Rückspiegel das Geschehen im rückwärtigen und seitlichen Fahrzeugumfeld. Damit ersetzt das System Außen- und Innenspiegel eines Pkw. Nun hat der Automobilzulieferer das System erstmals in einem Versuchsträger demonstriert.

Die Adaption der Seitenkameras an das Chassis wurde mit kleinen pyramidenförmigen Gehäusen im Fensterdreieck realisiert. Die dritte Kamera ist unauffällig in den Spiegelfuß der GPS-Antenne auf dem Dach integriert. Aus den drei Kamerabildern setzt die Bildverarbeitung für jeden Monitor ein entsprechendes Bild zusammen. Zusätzlich zu den gewohnten Spiegeldarstellungen lassen sich damit für den Fahrer mit normalem Blick nicht erkennbare Bereiche erfassen. „Bei diesem Kamera-Monitor-System tritt kein toter Winkel mehr auf. Außerdem lassen sich unerwünschte optische Phänomene wie Blendung und schwaches Licht in ihrer Wirkung kompensieren“, sagte Alfred Eckert, Leiter Zukunftsentwicklung bei Continental Chassis & Safety. Der Wegfall der Außenspiegel soll zudem den Luftwiderstand senken und sich dadurch auch positiv auf den Kraftstoffverbrauch auswirken.

Zusätzliche Sicherheit durch Fahrerassistenzsysteme

Die digitalen Spiegel sollen durch monokamerabasierte Objekterkennung und -klassifikation die Verkehrswahrnehmung verbessern. Diese Systemkomponenten bilden die Basis für die integrierten Fahrerassistenzfunktionen. Sie zeigen beispielsweise bei Dämmerung und hoher Geschwindigkeit kritische Fahrzeuge, Geschwindigkeiten und Entfernungen auf dem Monitor an, sodass der Fahrer vereinfacht Entscheidungen über Fahrmanöver treffen kann.

Mit den vorgestellten digitalen „Spiegeln“ setzt Continental die Anforderungen der konventionellen Spiegelklassen I und III um. Wenn die Zulassung solcher Kamera-Monitor-Systeme wie geplant noch 2016 in der international vereinbarten technischen Vorschrift United Nations Economic Commission for Europe Regulation 46 (UNECE R46) formuliert wird, steht einem Einsatz im Straßenverkehr ab 2018 nichts mehr im Weg.

Eigenes System für Nutz- und Sonderfahrzeuge

Für Nutz- und Sonderfahrzeuge bietet Continental eine eigene Lösung mit je einem Kamera-Monitor-System für die rechte und linke Fahrzeugseite an. Hier ersetzen zwei Kameras auf jeder Seite des Fahrzeugs die Außenspiegel und übertragen die Aufnahmen auf 12,3 Zoll große Displays. Diese sind rechts und links an der A-Säule im Inneren der Fahrerkabine angebracht.

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