Daimler baut neue Werke in Polen und Russland

Autor / Redakteur: Jakob Schreiner / Jakob Schreiner

Der Stuttgarter Konzern eröffnet erstmals Produktionsstätten in Polen und Russland. In Polen sollen Vierzylindermotoren gebaut werden. Das russische Werk ist für die Fertigung von SUVs und E-Klasse-Modellen vorgesehen.

Das Bild zeigt, wie das Werk in Polen künftig aussehen soll.
Das Bild zeigt, wie das Werk in Polen künftig aussehen soll.
(Bild: Daimler)

Daimler expandiert nach Osten und errichtet seine ersten beiden Produktionsstandorte in Polen und Russland. Der Konzern gab zum Wochenbeginn den offiziellen Baustart beider Projekte bekannt. In Polen will Daimler künftig Vierzylindermotoren – im russischen Werk sollen SUVs und E-Klasse-Modelle gefertigt werden. Produktionsstart beider Standorte soll 2019 sein.

Laut einem Unternehmenssprecher stehe das neue Werk in der Nähe Moskaus für das Interesse des Autoherstellers am russischen Markt. 2016 hat Mercedes rund 37.000 Neuwagen in Russland verkauft. Zwar entsprach das einem Minus von elf Prozent im Vergleich zu 2015, doch erwartet Daimler in den kommenden Jahren wieder steigende Absatzzahlen. Im Lkw-Segment baut Daimler bereits seit einigen Jahren zusammen mit dem staatlichen Hersteller Kamaz Fahrzeuge für Russland.

Die Errichtung eines Motorenwerkes im polnischen Jawor steht laut Daimler in Zusammenhang mit der weltweit steigenden Nachfrage nach Modellen des Premiumherstellers. Dazu sagte ein Sprecher: „Wir produzieren in den nächsten Jahren konventionelle Motoren für Hybridfahrzeuge und Verbrenner in steigender Stückzahl.“ Gleichzeitig wolle man auch das „Produktionsnetzwerk langfristig für die Elektromobilität fit machen." Der neue Standort soll in das „Powertrain-Produktionsnetzwerk“ eingebunden werden, dass bei Daimler für mehr Effizienz bei der Fertigung von Motoren, Getrieben, Achsen und zugehörigen Komponenten sorgt.

Das Netzwerk besteht aus mehreren deutschen und internationalen Standorten. Zentraler Bestandteil ist das Stammwerk in Untertürkheim, das als Kompetenzzentrum für Neuanläufe, Technologie und Qualitätssicherung fungiert. Getriebe, Achsen, Lenksäulen und Teile der Abgasanlage werden in Hamburg produziert. Im Berliner Werk der Schwaben geht es vor allem um die Entwicklung und Produktion von benötigten Komponenten und Teilen sowie um die Motorenproduktion. Im thüringischen Tochterunternehmen MDC Power werden ebenfalls Vierzylindermotoren hergestellt.

International stehen weitere Produktionskapazitäten zur Verfügung. Dazu gehören die rumänische Daimler-Tochter Star Transmission für die Montage von Getrieben und die Fertigung zugehöriger Teile, sowie Motorenwerke in Peking, die im Rahmen der Kooperation zwischen Daimler und der Renault/Nissan-Allianz unterhalten werden.

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