Autohaus Johannes in Schwierigkeiten

Redakteur: Jens Rehberg

Vor allem der Absatzrückgang bei Opel-Modellen hat bei dem saarländischen Traditionsunternehmen zu einem kritischen Liquiditätsengpass geführt.

Das Autohaus Johannes (Opel, Saab, Chevrolet, Skoda) mit drei Standorten in Merzig, Saarlouis und Dillingen hat zu Wochenbeginn Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Bernd Johannes, geschäftsführender Gesellschafter des seit 25 Jahren bestehenden Kfz-Betriebs, äußerte sich im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« jedoch zuversichtlich, mithilfe von Restrukturierungsmaßnahmen einen Neubeginn vollziehen zu können. Dazu soll unter anderem zeitnah eine Auffanggesellschaft gegründet werden. Der operative Geschäftsbetrieb wird laut Johannes uneingeschränkt aufrecht erhalten.

Zusammen mit Insolvenzverwalter Günter Staab werde derzeit zudem die Schließung des Filialbetriebs in Dillingen geprüft. Hiervon wären dann etwa 15 der insgesamt 91 Arbeitsplätze des Unternehmens akut gefährdet. Die Johannes Leasing GmbH ist von der Insolvenz nicht betroffen.

Als Grund für die finanzielle Schieflage nannte der Unternehmer in den letzten Monaten erlittene Umsatzeinbrüche, vor allem im Opel-Verkauf, wodurch letztlich die Liquidität abgerissen sei. „Durch hohe Kosten für Marketing und Standards im Rahmen der Skoda-Einführung hatten wir bereits 2007 ein schweres Jahr“, so Johannes. „2008 haben wir dann im Service- und Teilebereich zunächst eine Aufholjagd gestartet, aber dann kam der Einbruch im Verkauf.“

Im Autohaus Johannes wurden bislang jährlich zwischen 1.500 und 1.800 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge vermarktet.

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