Audi-Zentrum Fulda ist insolvent
Fehlende Liquidität, die Folgen der Wirtschaftskrise und zuletzt die Vorkasse-Forderung der Audi AG für Neuwagen führten in die Zahlungsunfähigkeit.
Das Audi-Zentrum Fulda hat am Montag beim Amtsgericht Fulda Insolvenzantrag gestellt. Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens für die Sozialabgaben und Löhne für die Mitarbeiter sei nicht mehr sichergestellt gewesen, schreibt Geschäftsführer Marco Grösch in einer Mitteilung. Er führt den Familienbetrieb in zweiter Generation.
„Um Schaden für Kunden und Beschäftigte abzuwenden“, sei kein anderer Ausweg mehr geblieben, schreibt Grösch in seiner Stellungnahme. Ausschlaggebend sei letztlich die Entscheidung der Audi AG gewesen, alle verkauften Neuwagen nur noch auf Vorkasse zu liefern. Dadurch habe man als Händler die Fahrzeuge zu hohen Zinsen über die VW-Bank vorfinanzieren müssen.
Audi AG verweigert Kooperation
Gegenüber der „Fuldaer Zeitung“ ergänzte der Geschäftsführer, die Audi AG habees abgelehnt, „eine Kooperation mit einem benachbarten Premium-Händler“ einzugehen. „Diese Lösung wäre für alle Beteiligten die Beste gewesen“, sagte Grösch.
Die Probleme des Audi Zentrums führt Grösch zudem auf die Absatzrückgänge im Automobilhandel zurück. Audi als Premiummarke habe nicht von der Abwrackprämie profitieren können, so der 39-Jährige. Im Gegenteil: „Unsere Preise wurden zuletzt noch gedrückt mit Hinweis vieler Kunden auf die Dumpingpreise ausländischer Hersteller.“
Standort: Künftig nur noch Audi-Service
Wirtschaftliche Schwierigkeiten des Audi-Zentrums hatten sich dem Zeitungsbericht zufolge bereits im März angedeutet: Damals hatte der BMW-Händler Krah & Enders das Grundstück des benachbarten Audi-Kollegen gekauft und dann an Grösch zurück vermietet. Der Kaufpreis habe, so Krah & Enders-Chef Peter Enders, „im unteren siebenstelligen Bereich“ gelegen.
Nach Angaben von Grösch werden bestellte Fahrzeuge noch ausgeliefert. Zugleich könnten die Garantieleistungen bei allen Audi-Vertragswerkstätten in Anspruch genommen werden. Am bisherigen Standort Kohlhäuserfeld wird laut Grösch künftig wohl auch ein Audi-Service-Betrieb mit Werkstatt erhalten. Offen ist derzeit allerdings noch ob der unter der Leitung des bisherigen Autohaus-Geschäftsführers steht.
Das 1977 vom Vater des jetzigen Geschäftsführers, Werner Grösch, gegründete Unternehmen beschäftigt derzeit insgesamt 41 Mitarbeiter, davon zehn Auszubildende.
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