188802,187689,176766 Auto König ist insolvent
Der Münchner Nobel-Händler ist in schwere finanzielle Turbulenzen geraten. Dennoch sieht Firmenchef Rüdiger Czakert gute Chancen für den Fortbestand des 75 Jahre alten Traditionsautohauses.
Der Münchner Nobel-Händler Auto König hat Insolvenz angemeldet. Wie es in einer offiziellen Unternehmensmitteilung vom Montag heißt, musste Firmenchef Rüdiger Czakert wegen der schweren finanziellen Schieflage seines Mehrmarkenbetriebs Ende vergangener Woche den Gang zum Amtsgericht München antreten.
Czakert sah sich laut der Mitteilung aus mehreren Gründen zu „diesem schweren Schritt“ gezwungen. Zum einen sei der Verkauf von Luxusfahrzeugen seit Beginn der Finanzkrise im Herbst 2008 „dramatisch zurückgegangen“. Zum anderen seien die Banken angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise nicht bereit, dem Mittelstand speziell in der Automobilbranche die nötigen Liquiditätsmittel zur Verfügung zu stellen.
Das 1934 gegründete Traditionsautohaus unterhält derzeit vier Standorte in und um München sowie eine weitere Dependance in Berlin (Auto König & Marschner). Der Mehrmarkenbetrieb beschäftigt rund 70 Mitarbeiter und verkauft unter anderem die Edel-Marken Bentley, Bugatti, Ferrari, Lamborghini, Land Rover, Lotus, Maserati, Morgan und Rolls Royce.
Gute Perspektiven trotz Insolvenz
Trotz der Insolvenz sieht Czakert für sein Unternehmen gute Zukunftsperspektiven. „Ich sehe die Chance, die Firma Auto König mittels einer geordneten Insolvenz auf neuer Basis durch die derzeitige Krise zu führen“, sagte der Autohaus-Chef. Die Insolvenz biete die Möglichkeit, „den gesunden und voll ausgelasteten Servicebereich mit seinen erfahrenen Mitarbeitern“ zu erhalten, „den Verkauf neu zu strukturieren“ und damit auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten „Arbeitplätze zu erhalten und zu sichern“.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Axel W. Bierbauch von der Münchner Kanzlei Müller Heydenreich, Beutler & Kollegen bestellt. Auch Bierbauch sieht „gute Chancen“ für den Fortbestand von Auto König und seiner sechs operativen Gesellschaften. Laut Bierbauch fanden seit Freitag bereits mehrere Gespräche mit der Geschäftsführunng des Unternehmens und mit Vertretern der Gläubiger statt. Die Löhne und Gehälter der rund 70 Mitarbeiter seien bis einschließlich Mai ausbezahlt worden.
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