Konkurrenzdruck: Immer weniger eigenständige Autohändler

Von Andreas Wehner

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Die Zahl der selbstständigen Autohäuser in Deutschland ist 2015 um 400 auf 7.400 Betriebe gesunken. Zu schaffen macht den Betrieben der Preisdruck im Internet, aber auch die Expansion der großen Gruppen.

Das Geschäft im Gebrauchtwagenhandel ging in Rheinland-Pfalz um 33 Prozent zurück.(Bild:  Wehner/»kfz-betrieb«)
Das Geschäft im Gebrauchtwagenhandel ging in Rheinland-Pfalz um 33 Prozent zurück.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Die Zahl der eigenständigen Autohäuser in Deutschland geht immer weiter zurück. Ende 2015 gab es bundesweit noch 7.400 wirtschaftlich und rechtlich selbstständige Automobilhändler, wie eine Erhebung des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen ergeben hat. 2014 lag die Zahl noch bei 7.800. Im Jahr 2000 hatte das IFA-Institut noch 18.000 eigenständige Händler gezählt.

Die Gründe für den Rückgang sehen die IFA-Experten im weitgehend gesättigten Automobilmarkt sowie im hohen Wettbewerbsdruck. Vor allem die Internet-Börsen fachten den Preiswettbewerb an. Hinzu komme in den letzten Jahren eine verstärkte Expansionsstrategie der großen Automobilhandelsgruppen. Allein die 20 größten Gruppen erhöhten ihren Absatz im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 14,6 Prozent. Der deutsche Markt insgesamt wuchs im gleichen Zeitraum um lediglich 5,6 Prozent.

Insgesamt verkauften die 100 größten Automobilhandelsgruppen im vergangenen Jahr bundesweit 680.000 Neuwagen. Das entsprach einem Anteil von 20,8 Prozent an den gesamten Neuzulassungen.

Nach Auffassung von IFA-Direktor Prof. Willi Diez wird sich der Konzentrationsprozess in den nächsten Jahren weiter fortsetzen: „Die Strukturen im Automobilhandel werden sich in den nächsten Jahren immer stärker an die des klassischen Einzelhandels angleichen: Große Handelsketten, sogenannte Mega-Dealer, werden mit einem weit gestreuten Netz an eigenen Filialen den Markt beherrschen.“

Nur noch 4.500 Betriebe im Jahr 2020

Diez rechnet damit, dass die Zahl der Automobilhändler bis zum Jahr 2020 auf 4.500 sinken wird. Dies würde bedeuten, dass ein Händler im Durchschnitt 1.400 Neu- und Gebrauchtwagen verkaufen wird. Heute liegt diese Zahl noch bei 860 Einheiten pro Autohaus.

Der starke Konzentrationsprozess ist nach Einschätzung des IFA-Instituts auch ein Grund für den Beschäftigungsrückgang in der Branche. So seien im letzten Jahr 1.200 Arbeitsplätze im Kfz-Gewerbe verloren gegangen. Insgesamt waren im Jahr 2015 noch 460.800 Menschen in der Branche beschäftigt.

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