Autohaus Eitel ist am Ende
Die insolvente Autohaus-Gruppe Eitel (Toyota, Citroën, Honda, Hyundai) mit Sitz im oberpfälzischen Freihung-Thansüß steht vor dem endgültigen Aus. Der Geschäftsbetrieb an den meisten der bislang 12 Standorte wurde Ende Juli eingestellt.

Die insolvente Autohaus-Gruppe Eitel (Toyota, Citroën, Honda, Hyundai) mit Hauptsitz im oberpfälzischen Freihung-Thansüß steht vor dem endgültigen Aus. Der Geschäftsbetrieb an den meisten Standorten wurde Ende Juli eingestellt. Nur ein kleines Team sei derzeit noch mit der Abwicklung und Verwertung der verbliebenen Betriebsstätten beschäftigt, erklärte Insolvenzverwalter Matthias Hofmann (München) gegenüber »kfz-betrieb«.
Die Eitel-Gruppe mit zwölf Standorten in Nordbayern, Schwaben und Thüringen hatte im Januar aufgrund finanzieller Probleme Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Damals noch wollte Geschäftsführer Michael Eitel junior mit Hilfe von Sanierungsexperten die Autohausgruppe als Ganzes erhalten bzw. verkaufen. Doch sein Plan scheiterte.
Hauptgrund des Scheiterns war laut Hofmann die „weite regionale Streuung der Betriebe“ die es letztlich unmöglich gemacht habe, einen Käufer für das Gesamtunternehmen zu finden. Die Autohaus-Gruppe hatte wegen des zunehmenden Wettbewerbsdrucks schon seit längerem mit rückläufigen Gewinnen zu kämpfen. Gleichzeitig seien die erzielten Gewinne „in nicht ausreichendem Maße“ reinvestiert worden.
Nachfolgelösungen an vier Standorten
Aktueller Sachstand: Per Mitte August gibt es Nachfolgelösungen für die Eitel-Filialen in Jena (Automobile Hillebrand/Peugeot, Hyundai), Neu-Ulm (Settele Kfz GmbH/Honda), Weimar (Autocenter Kornmaul/Renault, Nissan) und Weiden (Motor Gruppe Sticht/MGS). „Für den Standort Erfurt laufen derzeit noch Gespräche mit Interessenten, die auch dort die Wiedereröffnung eines Autohauses denkbar machen“, so der Münchner Rechtsanwalt. Die übrigen Standorte, für die sich bis dato kein Käufer fand, haben ihren Betrieb bereits zum 31. Juli eingestellt.
Eine wesentliche Rolle für die jüngste Negativentwicklung hat nach Hofmanns Einschätzung auch die Kündigung des Händlernetzes durch Toyota mit Wirkung zum 31. Mai 2016 gespielt: „Letztlich war die Entwicklung der einzelnen Standorte der Autohaus Eitel GmbH nicht abschließend geklärt. Diese Unsicherheit hat den Verkaufsprozess sicherlich beeinträchtigt." Grundsätzlich hätten sich die beteiligten Hersteller im Rahmen des Verfahrens zurückgehalten und es „weder positiv, noch negativ“ beeinflusst.
Die Firma Eitel mit Hauptsitz im oberpfälzischen Freihung-Thansüß (Lkr. Amberg-Sulzbach) wurde 1980 gegründet. Zuletzt beschäftigte die Autohaus-Gruppe an ihren Standorten in Arnstadt, Biberach, Blankenhain, Erfurt, Gotha, Jena, Neu-Ulm, Riedlingen, Rudolstadt, Freihung-Thansüß, Weiden und Weimar rund 220 Mitarbeiter – ein Teil davon wurde von den neuen Besitzern übernommen. Im Geschäftsjahr 2013 hatte die Eitel-Gruppe einen Umsatz von rund 62 Millionen Euro erzielt.
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