Reisemobile: Deutsche kuscheln nur ungern

Bett-Geschichten aus dem Wohnmobil

| Autor: sp-x

(Foto: Bürstner)

Ein unterschiedliches Grafik-Design an den Seiten, vielleicht ein leicht veränderter Schwung in der Dachlinie und, wenn es hoch kommt, der mutige Versuch, mit etwas peppigerer Farbe sich vom dominierenden Weiß als Grundfarbton abzuheben – die Differenzierungs-Möglichkeiten für Reisemobile sind eher gering. Im Prinzip sehen die kastenförmigen Eigenheime auf vier Rädern von außen doch mehr oder weniger gleich aus.

Zumindest, wenn es sich um die teilintegrierten Modelle vorwiegend in der 3,5-Tonnen-Klasse handelt, die mit zuletzt rund 38 Prozent den größten Anteil am stetigen Wachstum der Motorcaravans und dem erneuten Rekordjahr 2015 mit rund 28.000 Zulassungen in Deutschland ausmachten.

Doch was ist das wichtigste Kaufkriterium, wenn die Entscheidung für das teilintegrierte Konzept, bei dem der Wohnaufbau an der weitgehend erhaltenen Fahrgastzelle des Basis-Fahrzeugs ansetzt, erst einmal gefallen ist? Neben Preis und Ausbauqualität ist das zweifellos die Raumaufteilung. Sprich: der Grundriss und die Innenarchitektur. Und dabei zuallererst: die Betten.

Die Schlafkojen wollen heute nicht mehr Abend für Abend in einer Art Polster-Origami mühsam aus den Sitzgruppen-Elementen zusammengesetzt werden. Als wichtigste Zielgruppe in diesem Segment gelten für die Hersteller schließlich die sogenannten „Best-Ager“. Rentnerehepaare, die sich nach dem Berufsleben vom Angesparten ein Wohnmobil leisten und damit unternehmungslustig auf Tour gehen. Und da müssen die Betten eben fix und fertig bezogen mit auf die Reise gehen. Im eigenen Schlafzimmer sozusagen.

Deutsche stehen auf Einzelbetten

Die Variationsmöglichkeiten, auf knapp 14 Quadratmetern Grundfläche eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad einzurichten, sind jedoch eng begrenzt. Als praktischste Lösung für fest installierte Betten hat sich das Fahrzeugheck herauskristallisiert. Fragt sich nur in welcher Anordnung. Natürlich gibt es unterschiedliche Vorlieben. Allerdings auch einen eindeutigen Trend: Der deutsche Reisemobilist steht auf Einzelbetten. „Über die Hälfte unserer Kunden bevorzugen längs eingebaute Einzelbetten“, erklärt Marketing-Chef Helge Vester von Dethleffs. Die Zahlen für die gesamte Branche bestätigen das: kuscheln ist „out“.

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