Seat entbindet Vertriebschef von Aufgaben

Von Andreas Grimm

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Trotz steigender Verkaufszahlen hat Seat Deutschland Vertriebschef Hans-Jürgen Kronenberg freigestellt. Die Personalie kam für den Handel überraschend und hinterlässt Fragen.

Hans-Jürgen Kronenberg ist nicht mehr Vertriebschef von Seat Deutschland.(Foto:  Seat)
Hans-Jürgen Kronenberg ist nicht mehr Vertriebschef von Seat Deutschland.
(Foto: Seat)

Seat Deutschland hat Vertriebschef Hans-Jürgen Kronenberg mit Wirkung zum 10. Februar von seinen Aufgaben entbunden. Die Vertriebsverantwortung übernimmt bis aus Weiteres Seat-Deutschland-Chef Bernhard Bauer. Zu den Hintergründen der Personalie wollte sich der Importeur in Weiterstadt auf Anfrage ebenso wenig äußern wie zu Fragen der Neubesetzung.

Aus Gesprächen mit Händlern wird allerdings deutlich, dass die Trennung überraschend und plötzlich gekommen ist. Noch einige Tage vor der Trennung habe Kronenberg im Gespräch entspannt und gelöst gewirkt, berichtet ein Seat-Partner über seine Eindrücke vom Ex-Vertriebschef. Auch der Händlerverband war erst kurz vor einem Rundschreiben an die Vertriebspartner von der Freistellung in Kenntnis gesetzt worden. Gründe für die Trennung sind dem Verband nicht bekannt, entsprechend wollte man die Personalie zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht bewerten.

Ein mögliches Argument für die Trennung sei der dauerhafte Anstieg der Eigenzulassungen von Seat, heißt es aus Händlerkreisen. Im Januar führte Seat mit einem Anteil von 52,3 Prozent die Spitze der Eigenzulassungsstatistik an. Im Gesamtjahr 2015 hatte der Eigenzulassungsanteil 39 Prozent betragen, ein Sechstel mehr als im Jahr zuvor. Dass diese Entwicklung der entscheidende Grund für die Freistellung sei, glaubt allerdings niemand. Persönliche oder strategische Differenzen innerhalb der Führungsspitze in Weiterstadt gelten daher eher als möglicher Grund für die Freistellung.

Denn zumindest auf dem Papier hatte sich der Seat-Absatz unter Kronenbergs Leitung erfolgreich entwickelt. Die Verkäufe stiegen seit seinem Einstieg 2012 von 68.100 auf 94.700 Einheiten, der Marktanteil von 2,2 auf 3,0 Prozent, im Vertriebsnetz wurden viele Open Points geschlossen. Zwar stagnierte die Verkaufsentwicklung zuletzt, dennoch erwarten sich Importeur und Händler vom im Juli startenden SUV Ateca einen neuerlichen Wachstumsschub. Die günstigen Rahmenbedingungen einerseits und die abrupte Freistellung andererseits sorgen daher im Vertriebsnetz für Verwunderung.

Kronenberg ist seit 1994 für verschiedene Automobilhersteller tätig. Zunächst arbeitete der heute 53-Jährige in den Bereichen Vertrieb und Händlernetzentwicklung bei Audi. Im Jahr 2000 wechselte er zur damaligen Daimler-Chrysler AG und übernahm ab 2004 den Vertrieb der Marken Chrysler, Jeep und Dodge. 2008 kam Kronenberg zu Fiat Deutschland, wo er vor seinem Wechsel zu Seat als Vertriebschef für die Marken Fiat und Alfa Romeo verantwortlich war.

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