Ssangyong Deutschland: Ein Phönix aus der Asche
Von Nürnberg aus will der neue deutsche Importeur Ssangyong in Deutschland wieder aufbauen.
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Ssangyong in Deutschland – das ist eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen. Der Rückzug von Kroymans und die Insolvenz des Konzerns in Korea 2008 schienen erst einmal den Untergang der Marke in Deutschland zu besiegeln. Aber bereits Anfang 2009 übernahm eine neuer Importeur das Geschäft mit den koreanischen Autos.
In einem Nürnberger Gewerbegebiet hat der neue deutsche Ssangyong-Generalimporteur seinen Firmensitz. Federführend hinter der neuen Ssangyong Deutschland GmbH steht das Autohaus Trautner aus dem fränkischen Ottensoos bei Lauf. Der Mehrmarkenbetrieb vertreibt seit 2006 Fahrzeuge der Marken Ssangyong, Subaru und Iveco (Nfz).
Geschäftsführer Christian Görling schildert den schwierigen Start. „Im Frühjahr letzten Jahres haben wir die alten Ssangyong-Partner angesprochen, ob sie interessiert seien, mit uns zusammen das Geschäft neu aufzubauen. Viele von ihnen konnten wir überzeugen, wieder zu der Marke zu stehen. Wir mussten aber schon bald wieder eine kleine Auszeit nehmen, da Ssangyong in Korea bestreikt wurde und wir nicht genau wussten, wie es weitergehen würde.“
Bei dem Aufbau des neuen Netzes erhielt Görling entscheidende Unterstützung durch den jetzigen Vertriebsleiter Hans Müller. Der ehemalige Kroymans-Mitarbeiter ist seit vielen Jahren für die Marke tätig und kennt sämtliche ehemaligen Händler.
Netzaufbau mitvielen alten Partnern
Inzwischen arbeiten Görling und Müller mit 55 Partnern zusammen. Ziel für 2010 sind zirka 100 Betriebe in Deutschland. Müller sieht das Fabrikat als Ergänzung für Mehrmarkenbetriebe bevorzugt in mittelstädtischen und ländlichen Gebieten. „Der Händler hat nur geringe Kosten, kann aber schöne Erträge erwirtschaften“, betont er.
Das A und O für die potenziellen Partner ist eine funktionierende Teileversorgung. Görling und Müller sind stolz darauf, dass sie in kurzer Zeit ein Ersatzteilwesen aufbauen konnten. Zurückgeworfen habe sie der große Streik in Korea im vergangenen Jahr, aber inzwischen seien sie wieder bei einer 88-prozentigen Lieferquote, betonen die beiden.
Viele Kunden bleiben der Marke treu
Er und Müller sind überzeugt, dass langfristig ein Markt für die koreanischen Fahrzeuge in Deutschland vorhanden sei. „Ssangyong ist ein Nischenprodukt, das in Deutschland seine Liebhaber hat“, betont Müller. Er verweist auf manche alte Ssangyong-Händler, die wieder mit ihm zusammenarbeiten und die in der Vergangenheit bis zu 80 Autos im Jahr verkauften. Das zeige das Potenzial der Marke in Deutschland. „Unsere bisherigen Kunden sind ja noch da und fahren ihre Wagen. Rund 7.000 sind das immerhin – eine gute Basis zur Weiterentwicklung. Und Ssangyong-Fahrer sind Fans der Marke. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, betont er.
Die Zulassungszahlen von Ssangyong gingen in den letzten Jahren kontinuierlich nach unter. 2006 konnte der Importeur noch 2.814 Neuwagen in Deutschland verkaufen. 2009 stürzte der Jahresabsatz auf lediglich 172 Wagen ab.
Görling und Müller sind sich sicher, diese Zahlen wieder ordentlich steigern zu können. Optimistisch blicken sie in die Zukunft. „Außerdem kommt demnächst ein neues Modell, mit dem wir auch einem VW Tiguan Paroli bieten können“, sagt Görling.
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