Daihatsu-Rückzug: Die Händler sind sauer

Redakteur: Andreas Wehner

Enttäuschung, Ärger und Unverständnis - das sind die Reaktionen der Daihatsu-Partner auf den angekündigten Marktaustritt der Kleinwagenmarke. »kfz-betrieb ONLINE« hat mit einigen Händlern gesprochen.

Nachdem Daihatsu den Rückzug aus Europa bekannt gegeben hat, ist die Stimmung unter den Vertragspartnern am Boden. „Die Händler sind stinkig hoch drei“, sagte der Vorsitzende des Daihatsu-Händlerverbands, Udo Auchter, am Freitag im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«.

Er schätzt die Lage für viele Händler als problematisch, aber nicht existenzbedrohend ein. Viele kleinere Betriebe würden ohnehin nur geringe Stückzahlen verkaufen und verdienten ihr Geld vor allem mit dem Werkstattgeschäft. Bei den meisten größeren werde Daihatsu als Zweitmarke geführt, so dass diese die Einbußen zumindest abfedern könnten.

„Es bleiben viele offene Fragen“, so Auchter. Beispielsweise, ob Daihatsu in der veränderten Situation auf der Einhaltung der Standards bestehe. Zudem müsse schnell geklärt werden, wie der angekündigte Servicevertrag aussehen solle und wer künftig der Vertragspartner der Händler sei. Unklar sei zudem, ob und unter welchen Vorraussetzungen ein Händler Bestellungen stornieren könne.

Daihatsu: „Wir machen nicht morgen die Tür zu“

Der Importeur hat auf die meisten Fragen selbst noch keine Antwort. Wie »kfz-betrieb ONLINE« erfuhr, wurde Daihatsu Deutschland auch erst Anfang Januar über die Entscheidung aus Japan informiert. „Wir werden mit allen Händlern sprechen, um zu sehen, was im Einzelfall das Beste ist“, sagte ein Daihatsu-Sprecher. Man müsse sich zunächst sortieren und die Möglichkeiten ausloten.

„Wir machen nicht morgen die Tür zu. Und wir werden nicht den Kopf in den Sand stecken“, kündigte der Sprecher an. Man werde weiter so gut es geht Autos verkaufen. Zu möglichen Absatzzahlen für 2011 wollte sich Daihatsu nicht äußern.

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