Alfa-Romeo-Verträge sorgen für Unmut
Viele Partner der italienischen Marke halten die neuen Verträge für wirtschaftlich nicht zumutbar. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat der Alfa-Romeo-Händlerbeirat nun eine Resolution verabschiedet.

Bei den deutschen Alfa-Romeo-Händlern stehen die Zeichen auf Sturm. Der Grund sind die neuen Vertriebs- und Serviceverträge, die der Frankfurter Importeur Anfang November zur Unterzeichnung verschickt hatte und die zum 1. Januar 2014 in Kraft treten. Wie »kfz-betrieb ONLINE« aus Händlerkreisen erfuhr, hielten viele Alfa-Romeo-Partner die Verträge in der vorgelegten Form für wirtschaftlich nicht zumutbar und zögen daher in Betracht, das neue Regelwerk nicht zu unterzeichnen.
„Die Alfa-Romeo-Verträge sind zwar identisch mit den Fiat-Verträgen. Aber die Voraussetzungen sind völlig andere. Bei Alfa Romeo gibt es mit dem Mito und dem Giulietta nur zwei Modelle, von denen eines – nämlich der Mito – gar nicht läuft. In einer solchen Situation die Schauraummindestgröße von 200 auf 250 Quadratmeter hochzusetzen und gleichzeitig auch die Schulungs- und Personalstandards zu erhöhen, ist absurd“, äußerte ein Händler seinen Unmut gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«.
Längere Frist gefordert
Die außerordentliche Mitgliederversammlung, die der Alfa-Romeo-Händlerbeirat am vergangenen Montag in Köln einberufen hatte, endete mit einer Resolution. Diese wurde von den mehr als 90 teilnehmenden Händlern einstimmig verabschiedet.
Darin fordern die Händler den Frankfurter Importeur unter anderem auf, die für den 30. November 2012 gesetzte Frist zur Unterzeichnung der vertraglichen Formularvereinbarungen auf den 15. Dezember 2012 zu verlängern.
Es entspreche nicht einer partnerschaftlichen Verhaltensweise, innerhalb Monatsfrist die Prüfung eines derart umfangreichen Vertragswerks zu verlangen, heißt es in der Resolution, die »kfz-betrieb ONLINE« vorliegt. Das gelte vor allem wegen der erst in der letzten Woche bekannt gegebenen neuen Voraussetzungen zur Corporate Identity.
Mit „Empörung“ und „Befremden“ weise man die die Androhung des Importeurs zurück, gegenüber „nicht-unterschriftswilligen“ Händlern andere Saiten aufzuziehen. Der Verband werde sich jede Willkürmaßnahme berichten lassen und dem jeweiligen Mitglied jede Unterstützung bieten, gegebenenfalls auch durch eine Beschwerde beim Bundeskartellamt.
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