Nissan: Rückruf wegen zu hoher Abgaswerte

1.033 Modelle des Juke müssen in die Werkstatt

| Autor: Niko Ganzer

Bei gut 1.000 in Deutschland registrierten Modellen des Nissan Juke gibt es Probleme mit dem Motorsteuergerät.
Bei gut 1.000 in Deutschland registrierten Modellen des Nissan Juke gibt es Probleme mit dem Motorsteuergerät. (Foto: Nissan)

Es dürfte der erste offizielle Rückruf außerhalb des VW-Konzerns wegen Problemen mit der Einhaltung von Abgasgrenzwerten sein – wenn auch in einer anderen Größenordnung und aus einem anderen Grund. Schuld am Boxenstopp für 1.033 in Deutschland registrierte Nissan Juke (F15) sei keine Prüfstandserkennung, sondern ein Fehler im Motorsteuergerät, der bei Dieselmodellen mit der Norm „Euro 6b+“ für überhöhte Stickoxidemissionen (NOx) sorgen könne, erklärte eine Sprecherin der Marke auf Anfrage.

Die Motorsteuerung berechne bei dem kleinen SUV unter Umständen den Schwefelanteil im Dieselpartikelfilter falsch, so die Sprecherin weiter. Dadurch könne bei wachsender Laufleistung und unter bestimmten Fahrbedingungen der Schwefelanteil im Filter ansteigen. „In diesem Zustand kann die Kapazität des Stickoxid-Speichers im Filter gesättigt werden und als Ergebnis die Stickoxidemissionen aus dem Fahrzeug das zulässige Niveau übersteigen.“

Ein 60-minütiges Softwareupdate für das Motorsteuergerät soll für Abhilfe sorgen. Bei Fahrzeugen, die bereits eine höhere Laufleistung ausweisen, ist zusätzlich auch ein Austausch des Dieselpartikelfilters vorgesehen, was weitere fünf Stunden in Anspruch nimmt. Die Sprecherin betonte, dass trotz des Einsatzes des 1.5-dCi-Motors in weiteren Baureihen bei Nissan nur Juke-Modelle betroffen seien, die zwischen 28. Mai und 5. Oktober des vergangenen Jahres produziert wurden. Weltweit sind das den Angaben zufolge rund 15.500 Einheiten, wovon Nissan 3.500 noch vor der Auslieferung nachbessert.

Den betroffenen Selbstzünder nutzen auch Renault/Dacia und Mercedes-Benz. Sprecherinnen der Fabrikate sagten auf Anfrage, ihnen seien derzeit keine vergleichbaren Probleme bei ihren Modellen bekannt. Man darf gespannt sein, ob das bis Ende April so bleibt. Dann erst werden nämlich die betroffenen Halter des Juke von der Aktion mit dem Code „PG6B0“ offiziell informiert. Nissan begründet dies mit der Teileverfügbarkeit.

Opel hatte Ende letzten Jahres bei seinen 1,6- und 2,0-Liter-Dieseln ab Baujahr 2015 im Rahmen einer Serviceaktion das Steuergerät für die Regulierung der Dieselabgasflüssigkeit ersetzt. Messungen einer belgischen Nachrichtenseite an einem von der Aktion betroffenen Zafira hatten ergeben, dass der Stickoxid-Ausstoß nach dem Werkstattaufenthalt deutlich reduziert gewesen war. Opel hatte jedoch abgestritten, dass das Ziel der Maßnahme eine Veränderung der Emissionswerte gewesen sei.

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