Bridgestone: Der Runflat für alle

Der „Driveguard“-Reifen stellt im Pannenfall die Mobilität sicher

| Autor: Jan Rosenow

Plötzlicher Luftverlust stellt mit dem Driveguard-Reifen von Bridgestone keine Gefahr mehr dar.
Plötzlicher Luftverlust stellt mit dem Driveguard-Reifen von Bridgestone keine Gefahr mehr dar. (Foto: Rosenow)

Die Erwartungen waren hoch: In der Einladung hatte Bridgestone keinerlei Hinweise darauf gegeben, was die Fachpresse am 19. Januar in Südfrankreich erwartete. Nur von einer „wegweisenden Innovation“ war die Rede – aber mit solch nichtssagenden Wortschöpfungen sind Marketingmanager ja schnell bei der Hand. Entsprechend weit lagen die Vermutungen der mitreisenden Journalisten auseinander. Wird es ein neuer Ganzjahresreifen sein? Oder hat Bridgestone seinen drucklosen „Airfree Tyre“ endlich zur Serienreife entwickelt?

Letzteres war gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt – denn es ging wirklich um das luftlose Fahren. Mit dem „Driveguard“ eröffnet der japanische Hersteller nämlich ein neues Segment auf dem Reifenmarkt: das der Runflat-Reifen, die für alle Fahrzeuge freigegeben sind – nicht nur für solche, die auch in der Erstausrüstung mit Runflats ausgestattet sind. Voraussetzung ist allerdings das Vorhandensein eines Reifendruckkontrollsystems (RDKS), aber das haben ja seit November 2014 alle Neuwagen.

Damit will Bridgestone dem Notlaufkonzept mit den verstärkten Seitenwänden endlich zum Durchbruch verhelfen. Denn bislang statten nur wenige Autohersteller ihre Fahrzeuge damit aus, was auch den Ersatzbedarf beschränkt.

Leistung und Preis wie ein herkömmlicher Reifen

Mit dem Driveguard soll dieses Dilemma gelöst werden, denn er lässt sich auf jedes Fahrzeug montieren. Außerdem soll er nicht mehr kosten als ein konventioneller Premiumreifen ohne Notlaufeigenschaften. Nasshaftung (Labelnote A) und Rollwiderstand (Labelnote C) liegen auf hohem Niveau. Und nicht zuletzt verspricht Bridgestone ein „vergleichbares Komfortniveau gegenüber Standardreifen“ – ein Versprechen, das auf den Testfahrten nicht ganz einlöst werden konnte (mehr dazu lesen Sie in der Ausgabe 6 von »kfz-betrieb«, die am 12. Februar 2016 erscheint).

Beeindruckend war allerdings, wie gut sich das neue Konzept auf der immerhin 18 Kilometer langen Proberunde im luftlosen Zustand behauptete. Das Fahrverhalten blieb erstaunlich präzise, die Haftung auch bei starken Bremsmanövern jederzeit gewährleistet. Selbst bei engagierter Kurvenfahrt blieb der Reifen auf der Felge. Nur durch das lautere Laufgeräusch und eine stärkere Empfindlichkeit gegenüber Längsrillen zeigte er an, das hier etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Im drucklosen Zustand sind so 80 Kilometer bei maximal 80 km/h erlaubt.

Der Bridgestone Driveguard wird in Europa ab März in 19 Sommergrößen und ab Juli in elf Winterdimensionen von 185/65 R 15 bis 245/40 R 18 erhältlich sein.

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