Wasserstoff-Infrastruktur noch kaum existent

Weltweit sind 121 Tankstellen öffentlich nutzbar

| Autor: gr/tg

Wasserstoff-Zapfsäulen sind weltweit kaum zu finden.
Wasserstoff-Zapfsäulen sind weltweit kaum zu finden. (Foto: Grimm)

Hyundai, Honda und Toyota haben Wasserstoff-Fahrzeuge serienreif entwickelt oder bereits auf dem Markt. Auch Mercedes experimentiert seit Langem mit dem Kraftstoff, doch in der Praxis hat jeder Fahrer ein großes Problem: Für H2-Fahrzeuge gibt es noch weit weniger Tankmöglichkeiten als für Elektromobile. Allerdings planen mehrere Länder, ihre Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff gezielt auszubauen.

Im Jahr 2015 wurden 54 Tankstellen neu eröffnet. Das war immerhin ein Zuwachs um ein Drittel. Vor allem aber waren 48 Zapfsäulen auch öffentlich zugänglich, die übrigen sind Flotten- oder Bustankstellen. In Nordamerika sind alle sieben neuen Wasserstofftankstellen öffentlich und befinden sich bis auf eine in Kalifornien. Spitzenreiter ist Japan mit 28 neuen Tankstellen. In Europa wurden 19 Tankstellen eröffnet, vier davon in Deutschland. Damit sind Ende Januar 2016 in Deutschland insgesamt 34 Tankstellen in Betrieb, davon 21 öffentlich.

Nach Kenntnis der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) sind derzeit insgesamt 95 Tankstellen in Europa, 50 in Nordamerika, eine in Südamerika, eine in Australien sowie 67 in Asien in Betrieb. 121 Tankstellen weltweit sind öffentlich nutzbar.

Für geplante Tankstellen sind bereits 104 konkrete Standorte festgelegt: 35 in den USA, fünf in Japan und 64 in Europa, davon 34 in Deutschland. Weitere Standorte werden noch bekannt gegeben. Dabei verfügt Deutschland schon jetzt über das dichteste H2-Netz (34), gefolgt von Großbritannien mit 14, Dänemark und Frankreich jeweils mit neun und Norwegen mit sechs. Während die Nutzung der französischen Tankstellen nur speziellen Nutzergruppen vorbehalten ist, sind in den anderen Ländern fast alle Tankstellen öffentlich zugänglich.

Für den normalen Autofahrer spielt die Zahl der Wasserstofftankstellen praktisch noch kaum eine Rolle, da es zunächst nur wenige Modelle mit Brennstoffzellenantrieb oder H2-Verbrennungsmotor geben wird. Bekanntestes Wasserstoffauto ist der Toyota Mirai, von dem aber jährlich lediglich 3.000 Exemplare gebaut werden. Auch Hyundai hat das Kompakt-SUV ix35 nur als Kleinserie für Leasingkunden in einer Fuel-Cell-Variante im Programm.

Weitere Informationen zum Thema haben die LBST und der TÜV Süd in ihrem gemeinsamen Wasserstoff- und Brennstoffzellenportal www.netinform.de/H2 zusammengefasst. Es liefert beispielsweise Fakten zu bereits abgeschlossenen Projekten oder zur Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur.

Die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH ist ein Beratungsunternehmen für nachhaltige Energieversorgung und Mobilität. Sie unterstützt ihre internationalen Kunden aus Industrie, Finanzsektor, Politik und Verbänden bei Fragen zu Technologien, Strategien und Nachhaltigkeit. Acht DAX-Unternehmen vertrauen den Einschätzungen des Unternehmens zu neuen Entwicklungen und Innovationen in den Bereichen Energiewirtschaft und Mobilität.

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