US-Lichttest: Nur ein Auto schneidet gut ab

Von Christoph Seyerlein

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Ein Versicherungsinstitut in den USA hat die Frontscheinwerfer von aktuellen Mittelklassemodellen begutachtet. Das Ergebnis fällt besorgniserregend aus.

Qualität ist beim Licht nicht immer eine Frage des Preises: Das IIHS bewertete auch Premiummodelle als „grenzwertig“ oder sogar „schlecht“.(Foto:  Audi)
Qualität ist beim Licht nicht immer eine Frage des Preises: Das IIHS bewertete auch Premiummodelle als „grenzwertig“ oder sogar „schlecht“.
(Foto: Audi)

Jedes dritte aktuelle Mittelklasseauto in den USA ist mit „schlechten“ Frontscheinwerfern unterwegs. Zu diesem Ergebnis kommt das „Insurance Institute for Highway Safety“ (IIHS), das insgesamt 82 Scheinwerfer-Kombinationen von 31 Fahrzeugen bewertete. Zehn Autos erhielten trotz der höchsten Lichtausstattung die Einstufung „schlecht“.

Lediglich der Toyota Prius V konnte im Test überzeugen und erhielt die Bewertung „gut“. Allerdings erhielt er die Auszeichnung auch nur dann, wenn er mit optionalen LED-Leuchten ausgestattet war. Mit Halogen-Leuchten landete er dagegen in der schlechtesten Kategorie. Elf Fahrzeuge stufte die Versicherung als „akzeptabel“ ein, neun als „grenzwertig“. Zu den Verlierern im Test zählten Buick Verano, Cadillac ATS, Chevrolet Malibu in der normalen und der limitierten Edition, Hyundai Sonata, Kia Optima, Mercedes-Benz C-Klasse, Mercedes-Benz CLA, Nissan Altima und VW Passat.

Am schlechtesten schnitt laut IIHS ein 3er-BMW mit Halogenleuchten ab. Leuchteten die Frontscheinwerfer des Testsiegers Prius V auf gerader Fahrbahn mehr als 120 Meter gut aus, seien es beim BMW gerade einmal knapp 40 Meter gewesen. Zu beachten ist allerdings: Mit höherwertiger Lichtausstattung bewerteten die Prüfer den 3er BMW nicht als „schlecht“, sondern nur noch als „grenzwertig“.

Nach Aussage des Instituts flossen verschiedene Faktoren in die Bewertungen mit ein. In verschiedenen Fahrsituationen – geradeaus, leichte und scharfe Links- und Rechtskurven – achteten die Prüfer beispielsweise darauf, wie gut die jeweiligen Scheinwerfer die Straße ausleuchteten und ob sie entgegenkommende Fahrer blendeten. Nach dem Test auf der Straße verglichen Ingenieure des IIHS mit den Idealwerten für Scheinwerfer. Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben die Ratings der Versicherungsgruppe in den USA durchaus Gewicht.

Kritik an US-Standards

Das Institut kritisierte, dass die von der US-Regierung festgelegten Standards für Scheinwerfer eine zu große Variation der Lichtstärke zulassen. Vor dem Hintergrund, dass etwa die Hälfte der Autounfälle mit Todesfolge in der Dunkelheit passieren, seien funktionstüchtige Scheinwerfer essentiell für die Verkehrssicherheit.

Ein Problem bei manchen Leuchten sei auch eine fehlerhafte Einstellung in der Produktion. „Eine bessere Scheinwerfereinstellung könnte eine Vielzahl der Probleme lösen“, sagte IIHS-Ingenieur Matthew Brumbelow.

Die US-Behörde für Verkehrssicherheit NHTSA kündigte laut Reuters in einer ersten Reaktion an, Anreize für Autobauer schaffen zu wollen, um die Qualität der Scheinwerfer zu verbessern. Aus der Industrie wollte sich niemand zur Thematik äußern.

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