Brilliance Deutschland sucht nach der Zukunft

Redakteur: Andreas Grimm, Andreas Grimm

HSO Motors Europe hat offiziell das Ende seiner Geschäftstätigkeit verkündet und fehlendes Entgegenkommen des chinesischen Herstellers kritisiert. Brilliance Deutschland will derweil die Geschäfte fortsetzen.

Der europäische Generalimporteur für das chinesische Fabrikat Brilliance, die HSO Motors Europe, hat nach entsprechenden Presseberichten am Donnerstag die Einstellung ihrer Geschäftstätigkeit offiziell verkündet. Einem Schreiben des Unternehmens mit Sitz in Luxemburg zufolge habe HSO zuletzt mit 18 nationalen Importeuren und 800 Händlern zusammengearbeitet, davon allein 150 Betriebe in Deutschland.

Wie es mit der deutschen Organisation weitergeht, ist dagegen unklar. Der deutsche Importeur, die Brilliance Motors Deutschland GmbH in Bremerhaven, ist noch aktiv und verfügt nach Angaben ihres Geschäftsführers Ralf Cremer auch über Fahrzeuge, um den Verkauf fortzuführen. Derzeit liefen Verhandlungen in verschiedene Richtungen, um die Geschäftstätigkeit langfristig aufrecht zu erhalten, sagte Cremer gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« ohne Verhandlungspartner zu nennen. An Brilliance Deutschland hatte die HSO seit längerem nur noch eine Minderheitenbeteiligung.

Ursächlich für das Ende von HSO ist dem Schreiben zufolge der Preisverfall der Neufahrzeuge im Zuge des massiven Verkaufsrückgangs. Dem Geschäftsmodell - Mittelklasse-Fahrzeuge deutlich günstiger als der Wettbewerb zu platzieren - sei damit die Grundlage entzogen worden. Auch Deutschland-Geschäftsführer Cremer hatte im Umfeld der IAA gesagt, dass die Umweltprämie seinem Fabrikat wegen des allgemeinen Preisverfalls geschadet habe.

Ein Gegensteuern sei HSO allein nicht möglich gewesen. Entsprechende „Gespräche über verkaufsunterstützende Maßnahmen mit dem Hersteller in China“, sprich Preissenkungen, seien letzlich erfolglos geblieben. Die Geschäftsführer des Importeurs hätten schließlich „zwangsläufig Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens“ stellen müssen.

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