Reifenbetriebe bieten vermehrt Kfz-Service

Von Andreas Grimm

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Die klassischen Reifenhändler verkaufen immer weniger Ersatz-Pneus. Den Absatzverlust kompensieren sie mit höherwertigeren Produkten und einem Ausbau des Kfz-Service.

(Foto:  Grimm)
(Foto: Grimm)

Die milde Witterung hat den Reifenhändlern im vergangenen Jahr das Geschäft nur teilweise vermasselt. Zwar ist der Reifenabsatz nach Angaben des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) das vierte Jahr in Folge gesunken. Das hatte allerdings kaum Auswirkungen auf den Umsatz. Zudem schreitet die Diversifikation der Reifenbetriebe in Richtung Kfz-Service voran.

Die Zahl der verkaufen Reifen im Ersatzgeschäft des so genannten Consumer-Segments (Pkw-, Offroad- und Transporter-Reifen) sank im vergangenen Jahr um 1 Prozent auf 47,75 Millionen Einheiten. Im Ersatzmarkt für Lkw-Reifen schrumpften die Verkäufe sogar um 1,5 Prozent auf 2,66 Millionen Stück.

Insbesondere das Pkw-Reifengeschäft, das rund 80 Prozent der jährlichen Verkäufe stellt, belastete den Angaben zufolge das Ergebnis. Während der Sommerreifenabsatz nur um 1 Prozent (22,1 Mio. Einheiten) sank, lag das Minus gegenüber dem Vorjahre bei den Winterreifen bei 3,3 Prozent (18,7 Mio. Einheiten). „Damit hat sich unsere Einschätzung vom letzten Frühjahr bestätigt, dass 2015 erneut für die Branche schwierig werden dürfte“, sagte Verbandschef Peter Hülzer laut einer Mitteilung des BRV. Für den Absatzschwund machte er den „erneut sehr milden Winter“ verantwortlich. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 41,7 Millionen Pkw-Reifen verkauft.

Trotz des deutlichen Absatzrückgangs sank der Umsatz mit Reifenverkäufen nur um 0,2 Prozent. Das heißt, die Betriebe haben es geschafft, vermehrt höherwertige Reifen zu verkaufen und damit einen „verbesserten Produktmix zu erreichen“. Als weiterer Trend zeige sich eine deutliche Umsatzsteigerung der angrenzenden Geschäftsfelder Reifenservice-Dienstleistungen (+3,5 %) sowie Autoservice. In diesem Bereich konnten die (Reifen-)Betriebe ihren Umsatz sogar um knapp zehn Prozent erhöhen.

Nach Ansicht des BRV wird diese Entwicklung anhalten. Der Verband unterstützt seine Mitglieder dabei, den Wandel zum umfassenden Serviceanbieter zu schaffen. Dazu werde im zweiten Halbjahr 2016 ein Pilotlehrgang zum neuen Weiterbildungsangebot „Kfz-Serviceberater“ stattfinden.

Absatz soll 2016 steigen

Für das laufende Jahr rechnet der BRV jedoch auch mit einem Absatzwachstum im Kerngeschäfts Reifenhandel. Im Consumer-Segment könnten die Verkäufe um 2,8 Prozent auf 49,1 Millionen Einheiten wachsen. Die Hoffnung basiert zum einen auf dem zu erwartenden Ersatzbedarf für Fahrzeuge, die im Zuge der Abwrackprämie neu angeschafft wurden. Zum anderen auf dem weiter wachsenden Fahrzeug-Segment der SUV und Geländewagen.

Offroad-Reifen waren bereits im Vorjahr das einzige nennenswerte Wachstumsfeld. Diese Produktgruppe für die boomenden SUV-Fahrzeuge wie für echte Geländewagen legte um 12,7 Prozent auf 3,8 Millionen Reifen zu. „Der Anteil an SUV und vierradgetriebenen Fahrzeugen nimmt stetig zu, also steigt prozentual auch der Ersatzbedarf an Reifen für diese Fahrzeugklasse“, heißt es vom BRV. Die Verkaufsstatistik belegt das: Der Anteil der Off-Road-Pneus am gesamten Ersatzgeschäft mit Consumer-Reifen ist im Vergleich der letzten beiden Jahre von sieben auf knapp acht Prozent gestiegen.

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