Porsche forciert die Digitalisierung

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Der neue Porsche-Chef Oliver Blume stellt den Autobauer auf einen rasanten Wandel in der Mobilität ein. Dazu kündigte er ein neues Kompetenzzentrum für die Digitalisierung an.

(Foto: Porsche)

Porsche erweitert seine Strukturen angesichts des digitalen Wandels. Am Freitag gab das Unternehmen die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft bekannt – der Porsche Digital GmbH. Sie soll den Autobauer Porsche weiterentwickeln zum „führenden Anbieter für digitale Mobilitätslösungen im automobilen Premiumsegment“. In einem aktuellen Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ erläuterte Porsche-Chef Oliver Blume, sein Unternehmen wolle bei „der Digitalisierung in den kommenden Jahrzehnten ganz vorne mitspielen“.

Die Tochtergesellschaft solle das neue Kompetenzzentrum in diesem Zukunftsfeld sein. Die technologischen Sprünge in der Automobilbranche – Elektrifizierung, Digitalisierung und Konnektivität – erforderten „ein ganz neues Denken“, so Blume. Geschäftsführer von Porsche Digital wird Thilo Koslowski, den Porsche jüngst vom IT-Beratungsunternehmen Gartner aus dem Silicon Valley abgeworben hat.

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Sitz der neuen Gesellschaft ist Ludwigsburg bei Stuttgart. In der weiteren Entwicklung sollen Standorte in Berlin, im Silicon Valley und in China dazukommen. Die neue Tochter solle Campus-Charakter haben, „der gut zu kreativ arbeitenden Menschen passt“, sagte Blume im Interview. „Wir brauchen kreative Menschen, die Spaß daran haben, Neuland zu betreten, die IT-Erfahrung mitbringen und eine Leidenschaft für digitale Themen haben. Wir brauchen aber auch Leute, die ein gutes Gespür dafür haben, welche digitalen Features gut ankommen.“

Das digitale Zentrum soll eng verzahnt mit anderen Ressorts arbeiten und beispielsweise neue Wertschöpfungsmodelle identifizieren, testen und bestenfalls realisieren. Am traditionellen Entwicklungszentrum in Weissach will Blume nicht rütteln. „Es ist und bleibt die Denkfabrik von Porsche“, sagte Blume. Man brauche aber im digitalen Bereich andere Prozesse, weil sich die Rahmenbedingungen sehr schnell verändern und entsprechend hohe Reaktionsgeschwindigkeiten erforderlich sind.

Den Vorwurf, Porsche sei im Vergleich zu anderen Autobauern hinsichtlich der Digitalisierung ein Spätzünder, wies der Porsche-Chef im Interview zurück. Vielmehr äußerte er sich überzeugt, „dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt für die Gründung der Digital GmbH ist“. Zudem könne man an vielen Stellen auf Wissen aus dem Konzern zurückgreifen, um sich bei Porsche auf Angebote zu konzentrieren, „die uns von den Wettbewerbern abheben“.

„Die Digitalisierung führt zur Renaissance des Automobils und macht es zum zentralen Element unseres digitalen Lifestyles“, sagte der neue Digital-Chef laut der Porsche-Mitteilung. Porsche werde unternehmenstypische digitale Kundenerlebnisse schaffen, die die Kunden faszinieren und intelligent sind – „sowohl innerhalb als auch außerhalb des Fahrzeugs“.

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