007 in der Werkstatt
Mit dem passenden Werkzeug ist meist schon die halbe Reparatur erledigt. Zudem spart man gegenüber der Reparatur mit einem Standardwerkzeug einiges an Zeit, Geld und nicht selten Kraft und Nerven.
Mit dem passenden Werkzeug ist meist schon die halbe Reparatur erledigt. Zudem spart der Mechaniker gegenüber der Reparatur mit einem Standardwerkzeug einiges an Zeit, Geld und nicht selten Kraft und Nerven. Ganz zu schweigen von den Arbeitsunfällen, die aufgrund unpassenden Werkzeugs oder gar improvisierter Notbehelfe geschehen.
In der folgenden Übersicht finden Kfz-Werkstätten eine Auswahl an nützlichen Spezialwerkzeugen.
Das Unternehmen Hazet hat sein Programm für die Kfz-Elektrik um neue Systemkabel-Entriegeler erweitert. Die Basis schafft ein zwölfteiliges Set, das zirka 80 Prozent aller gängigen Pkw-Steckkontakte abdeckt. Damit kann der Mechaniker Steckkontakte beschädigungsfrei entriegeln. Das Werkzeug eignet sich insbesondere für Flach- und Rundsteckkontakte (z. B. ABS-Gehäuse), Standard-Timer-System (mit einer Rastzunge), Power-Timer-System (mit zwei Rastzungen), Gehäuse mit Sekundärverriegelung sowie Gehäuse kombiniert mit Primär- und Sekundärverriegelung.
Das Basissortiment kostet 308 Euro (plus Mehrwertsteuer) und ist in einem Kunststoffkoffer mit Weichschaumeinlage untergebracht, sodass die Werkzeuge gut geschützt sind und fehlende Teile sofort bemerkt werden. Die Entriegeler verfügen über einen handlichen zweifarbigen Kunststoffgriff sowie einen ausziehbaren Schieber zum Schutz der Klingen und zur Vermeidung von Verletzungen. Des Weiteren hat das Unternehmen fahrzeugherstellerspezifische System-Kabel-Entriegeler für BMW/Mini, Ford, VW, Daimler sowie für Nfz im Programm.
Vollkommen neu im Programm des Remscheider Werkzeug-Herstellers ist das Kaltlicht-Endoskop „Torsion 360“ mit einem Außendurchmesser von nur 4,2 Millimetern. Die Helligkeit von bis zu 15.000 Lux leuchtet selbst dunkle Bereiche gut aus. 17 000 Glasfasern sorgen für eine klare Auflösung. Der minimale Biegeradius liegt bei 30 Millimetern und ermöglicht den Zugang auch zu Karosseriehohlräumen, Kabelschächten und Motoren. Durch den geringen Außendurchmesser kann der Nutzer auch eine Sichtkontrolle über den Glühkerzenschacht bei modernen Dieselmotoren vornehmen. Die wasserdichte Endoskopsonde verträgt problemlos kurzzeitige Einsätze in Öl oder Benzin. Die Nutzlänge des Endoskops liegt bei 720 Millimetern.
Geliefert wird das Endoskop zusammen mit einem Batteriehandgriff inklusive drei Batterien und einer Okularmuschel für Brillenträger. Das Set kostet 999 Euro (plus Mehrwertsteuer). Als Zubehör ist ein Spiegel (Seitsichtadapter) erhältlich, den man im 90- und 110-Grad-Winkel aufschrauben kann. Er verändert den Außendurchmesser des Endoskops nicht.
Klemmschrauben lösen
Problematisch ist es für eine Werkstatt, beim Audi A4 (ab Baujahr 2001) oder beim Audi A6 (ab Baujahr 2004) die festsitzenden Querlenker-Gelenkzapfen-Klemmschrauben aus der Achsschenkel-Klemmbohrung auszubauen, ohne den Aluminium-Achsschenkel zu beschädigen. Denn laut dem Werkzeughersteller Klann verhindert die Konstruktion des Achsschenkels ein direktes Drücken auf das Klemmschraubenende. Auch ein Splintentreiber lässt sich nicht axial an das Schraubenende ansetzen, da ein Arm am Achsschenkel den Zugang zur Bohrung verhindert. Für diese Arbeit hat Klann den Ausdrücker KL-0250-41-KA entwickelt. Die Konstruktion lenkt nämlich die Kraft im Werkzeug so um, dass ein spezieller Druckbolzen die Klemmschraube löst und um zirka 15 Millimeter herauspresst. Mit einem 1/2-Zoll-Druckluftschlagschrauber kann der Mechaniker mühelos die Klemmschraube lospressen und anschließend herausziehen. Um die Abstützvorrichtung zu fixieren, legt man eine spezielle Stützscheibe am Achsschenkel an. Diese verhindert eine Beschädigung des Achsschenkels und ein Verkanten der Abstützvorrichtung.
Der Werkstattausrüster Stahlgruber bietet einen Einspritzdüsen-Auszieher an, mit dem der Mechaniker sehr festsitzende Einspritzdüsen im Fahrzeug ausbauen kann, ohne den Zylinderkopf demontieren zu müssen. Auch das Reinigen der Einspritzdüsen-Aufnahmebohrung und des Düsensitzes entfällt. Das Werkzeug besteht aus einer speziellen Abziehbrücke und einer Zugspindel. Damit lässt sich die Einspritzdüse schnell und einfach herausziehen. Zunächst muss der Mechaniker die Einspritzdüse öffnen. Ein Druckluftadapter verhindert während der Demontage, dass Schmutz in den Brennraum gelangt. Die Arbeitsweise ist wie folgt:
- Druckluftadapter in Glühkerzenbohrung einschrauben
- Düsenkopf abschrauben
- Zugspindel eindrehen Ventildeckelschrauben (vier Stück) herausdrehen
- Abziehbrücke montieren und Bundmutter aufschrauben
- Düse durch Drehen der Bundmutter herausziehen.
Zudem bieten die Münchener Motor-Einstellwerkzeuge für den Zahnriemenwechsel und für die Motorinstandsetzung für verschiedene Fahrzeuge an. Die Produkte sind als aufeinander abgestimmt. Die mehrteiligen Werkzeugsätze sind mit allen gängigen Diesel- (auch Pumpe Düse-) und Benzinmotoren kompatibel (Audi, Seat, Skoda, VW, Opel, Vauxhall, Ford, Fiat, Citroën, Peugeot, Renault). Fachgerecht angewendet stellen diese Werkzeugsätze sicher, dass bei der Motorinstandsetzung alle arretierten Bauteile ihre erforderliche Position behalten. Ausführliche und bebilderte Gebrauchsanweisungen mit Anwendungsbeispielen sowie die fahrzeugspezifische Umschlüsselung von Originalteile-Nummern unterstützen den Mechaniker. Im Bedarfsfall können die Werkstätten die Werkzeuge auch als Einzelteile erwerben.
Der spezielle fünfteilige Nockenwellensatz ist bei der Motorinstandsetzung und bei einem Zahnriemenwechsel universell einsetzbar. Die Arretierungswerkzeuge stellen sicher, dass die Nockenwellen- und Einspritzpumpenräder immer die richtige Position zur Kurbelwelle einnehmen. Alle Teile der jeweiligen Einstellungssätze werden im speziellen Kunststoffkoffer untergebracht und sind durch eine Weichschaumeinlage geschützt.
Leichtes Ausbeulen
Mit Pin-Puller-Power bietet das Unternehmen Würth ein Ausbeulsystem mit federgelagerten Anschweißelektroden im Zugblock an. Je nach Ausführung befinden sich 10 oder 20 Anschweißelektroden in dem speziell isolierten Aluminiumblock; sie sind mit einem Abstand von nur neun Millimetern eng gelagert. Dies gewährleistet eine gute Verteilung der Zugkräfte und ermöglicht laut den Künzelsauern eine Rückverformung ohne Warzenbildung. Im Gegensatz zum Wellendraht lassen sich die Pin-Puller-Elektroden bis zu 1.000 Mal wieder verwenden. Dies senkt die Anschaffungskosten und mindert die Bevorratung. Zudem lassen sich die Elektroden im Vergleich zum Wellendraht doppelt so schnell anschweißen, was die Arbeitszeit reduziert. Durch die Stahllegierung der Elektroden wird nur eine sehr geringe Schweißenergie benötigt. Dadurch entstehen auf der rückseitigen Versiegelung des Schweißuntergrunds nahezu keine Verbrennungen.
Die Anwendung des Pin-Pullers ist einfach: Den Zugblock setzt man auf die metallisch blanke Karosserie auf, wobei die Elektrodenspitzen aufgrund der Federkraft an dem Blech beziehungsweise der Delle anliegen. Nachdem der Mechaniker den Schweißstrom ausgelöst hat, sind die Elektroden zugfest mit der Karosserie verbunden. Die Zugtraverse hängt er dann in den Elektrodenblock ein und kann die Delle entweder mit einem Gleithammer oder einer Zugvorrichtung in ihren Originalzustand zurückverformen.
Ein Vorteil des Systems ist, dass sich die Anschweißelektroden durch ihre unabhängige Federlagerung exakt der Dellenkontur anpassen. Beim Zurückrichten wirkt der einheitliche Anschlag der Zugelektroden im Zugblock, das heißt, es entsteht automatisch eine ebene Fläche. Nach dem Ziehen entfernt der Mechaniker den Pin-Puller, indem er die Zugelektroden einfach mit einem Schraubendreher abdreht.
Während der Ausbeularbeiten kann der Karosseriebauer auch Korrekturen durchführen, wenn er einzelne Elektroden abdreht. Soll beispielsweise eine Wölbung entstehen, löst er die seitlichen Elektroden vom Blech ab und zieht nur an den inneren. Außerdem kann er mehrere Zugblöcke in einer Linie am Blech anschweißen, um somit auch Schrammen zu entfernen.
Förch führt einen Kontrolllaser für die Spur- und Sturzwertübernahme bei Lkw im Programm. Das Werkzeug ist für alle Lkw geeignet und einfach zu handhaben. Mit dem Messsystem, das über zwei winkelverstellbare Laser verfügt, kann jede Werkstatt Fahrwerksinstandsetzungsarbeiten durchführen, ohne dass sie dazu eine Achsvermessungsanlage benötigt. Der Arbeitsablauf:
- Die Räder am Fahrzeug entfernen, sowie Radnaben und Radaufnahmen reinigen.
- Die Kontrolllaser-Montagehilfen mittels der Radbolzen/Radmuttern anstelle des Rades auf den beiden Seiten befestigen.
- Über den Laserstrahl auf beiden Seiten die Markierungspunkte auf der Projektionsebene in Fahrtrichtung setzen und mittels eines Aufklebers an einem Markierungspunkt der Wand oder am Radlauf fixieren; sobald die Fixierpunkte gesetzt wurden, darf man die Stellung der Hebebühne nicht mehr verändern.
- Die Montagehilfen bleiben befestigt. Man kann sie während der Reparatur in alle notwendigen Stellungen bringen.
- Die nicht reparierte Seite in die Ausgangsstellung zurücksetzen und den Fixierpunkt in die Ausgangslage zurückversetzen.
- Die instand gesetzte Seite ebenfalls in die Ausgangsstellung zurückbringen und auch hier die Fixierpunkte in die Ausgangslage zurückversetzen.
- Jetzt erfolgt die Endkontrolle, wobei beide Fixierpunkte nochmals auf die ordnungsgemäße Ausgangsstellung kontrolliert werden.
Injektoren prüfen
Das Unternehmen Lehnert Kfz-Spezialwerkzeuge hat ein Prüfsystem zur „Funktionsprüfung von Common-Rail-Hochdruckinjektoren im Kreislaufverfahren“ entwickelt. Die Common-Rail-Injektoren erreichen ihre Wirkung – die optimale Zerstäubung – durch hohen Druck (bis 2 100 bar) und feinste Einspritzöffnungen. Diese Bedingungen kann nur ein einwandfrei funktionierender Injektor in allen Temperatur- und Drehzahlbereichen erfüllen. Geringste Abweichungen von den Soll-Werten (z. B. interne Undichtigkeiten der Injektoren) verändern das Einspritzverhalten und führen so zu Fehlfunktionen, wie Start- oder Rundlaufschwierigkeiten, mit der Folge von Leistungsminderung, erhöhtem Kraftstoffverbrauch oder erhöhtem Schadstoffausstoß.
Die aus dem Steuergerät abrufbaren Werte geben lediglich Anhaltspunkte zu der Fehlfunktion des Einspritzsystems.
Nur eine Kombination aus Motortester und präziser, oft länger andauernder Messung der Injektor-Rücklaufmenge im Kreislaufverfahren kann fundierte Aussagen über die möglichen Fehler im System liefern. Das Unternehmen hat das System so entwickelt, dass es dicht in den Kreislauf des Rücklaufsystems eingebunden ist. Das Prüfgerät ermittelt sowohl die absolute als auch die relative Rücklaufmenge und gestattet zusätzlich Langzeitmessungen bei verschiedenen Drehzahlen und Motortemperaturen. Somit kann die Werkstatt auch diverse Veränderungsmaßnahmen gezielt überwachen. Da der Prüfzustand keine Veränderung des originalen Motorzustands darstellt, wird die Diagnose nicht verfälscht.
Die Installation des gesamten Prüfaufbaus geht schnell, da die Adapterschläuche über originalgetreue Anschlusskupplungen verfügen und mittels Steckkupplungen an die eigentliche Prüfeinheit angekoppelt werden (Verwechselung ausgeschlossen). Während des Prüfvorgangs kann der Mechaniker permanent die Durchflussmenge in einem Prüfglas mit einem speziell für Dieselkraftstoff geeichten Schwimmer ablesen. Um zusätzliche Informationen zu erhalten, kann er durch ein Kupplungssystem auch Druckmanometer und Temperaturfühler zwischenkoppeln.
Laut Lehnert können die Werkstätten das Gerät an alle zurzeit bekannten Systeme anschließen sowie an alle zukünftig auf den Markt kommenden Injektoren. Selbst die hohen Anforderungen der Piezo-Injektoren von Bosch erfüllt dieses Gerät in vollem Umfang. Das Gerät hält durch sein Kreislaufverfahren den Druck im gesamten System konstant und absolut dicht, selbst bei über 16 bar. Als Zubehör sind neben diversen Adapterschläuchen auch Druckmanometer und Temperaturfühler erhältlich.
Schrauben ausbohren
Es ist meist die Halteschraube, die einen zügigen Austausch der Injektoren bei der A-Klasse verhindert. In vielen Fällen reißt sie ab und muss ausgebohrt werden. Um diese Arbeit sicher und in wenigen Schritten zu bewältigen, hat Sauer-Werkzeug ein Ausbohrset entwickelt. Hierbei wird gleichzeitig das Gewinde im Zylinderkopf gereinigt. Die Arbeitstiefe wird über Markierungen am Bohrer angezeigt, sodass man nicht zu tief bohren kann. Der Satz besteht aus einem Ausbohrhalter mit Excenter und Führungsrohr für Mercedes-Benz-Motoren sowie der Ausbohrhülsenführung für die A-Klasse, Bohrer mit Markierung, Schaftfräser mit Markierung, Gewindebohrer mit Markierung, Innensechskant 10,3 und 2,5 Millimeter sowie einem entsprechenden Aufbewahrungskoffer.
Des Weiteren hat das Hamburger Unternehmen für das aktuelle Corsa-Modell eine universelle Motorbrücke konstruiert, die auch beim Zafira B und mit einem Erweiterungssatz am Corsa D zum Einsatz kommen kann. Die Brücke kann der Mechaniker universell für Reihen- oder V-Motoren einstellen. Durch die schwenkbaren Füße kann er die Motorbrücke den zum Teil stark abfallenden Kotflügelkanten anpassen. Die Fußklemmen hinten und die Fußadapter vorn sowie die Fußverlängerungen rechts und links gewähren einen sicheren Halt. Ein Haubenhalter hält die Motorhaube während der Reparatur oben. Der Motor lässt sich mit dem Werkzeug stufenlos heben und senken. Hat eine Werkstatt bereits die Motorbrücke für den Zafira B, kann sie den Ergänzungssatz für den Corsa B separat bestellen.
Die neuen drehmomentreduzierten Kraftsteckschlüsseleinsätze von Berner vermeiden, dass man beim Reifenwechsel die Felge beschädigt oder gar die Radverbinderschrauben überdreht. Das maximale Drehmoment von 100 Nm wird innerhalb der Stecknüsse über eine Art Rutschkupplung begrenzt. Um Alufelgen zu schützen, sind die Nüsse kunststoffummantelt. Die Einsätze sind je nach Größe (17, 19 und 21 Millimeter) farbcodiert. In dem vierteiligen Satz ist zudem eine 1/2-Zoll-Verlängerung enthalten, die ebenfalls auf 100 Nm drehmomentreduziert ist.
Außerdem neu im Programm des Werkstattzulieferers sind die flexiblen Verlängerungen „Flexibar“, die man variabel auf die erforderliche Länge einstellen kann. Die 1/4-Zoll-Variante kann man in fünf Stufen von 175 bis 305 Millimeter ausziehen und das 1/2-Zoll-Modell lässt sich in sieben Stufen von 250 bis 405 Millimeter verlängern.
Eine Kardanfunktion ermöglicht neben dem geraden Ansetzen der Stecknüsse auch ein um 15 Grad abgewinkeltes Arbeiten – speziell für schwer zugängliche Stellen. Die neuen Verlängerungen kann der Mechaniker entweder mit einer Ratsche, einem T-Griff oder per Hand antreiben. Er kann sie somit auch als extra langer Schraubendreher einsetzen.
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