Der TÜV Rheinland wurde vor 150 Jahren gegründet. Seitdem hat er sich zu einem weltweiten Dienstleister für viele Anwendungen und Branchen entwickelt. Ein Überblick.
Die Überprüfung von Kraftfahrzeugen gehört schon lange zu den Aufgaben des TÜV.
(Bild: TÜV Rheinland)
Technik soll dem Menschen nutzen und ihm nicht schaden. Diesem Grundsatz fühlten sich jene Fabrikanten verpflichtet, die am 31. Oktober 1872 den „Verein zur Überwachung der Dampfkessel in den Kreisen Elberfeld und Barmen“ (DÜV) gründeten. Waren es damals eine Hand voll Prüfingenieure, so sind es inzwischen mehr als 20.000 Experten, die weltweit die Gründungsidee von TÜV Rheinland verkörpern und einen Jahresumsatz von über 2 Milliarden Euro erwirtschaften.
„Sicherheit erfüllt ein Grundbedürfnis der Menschen und ist gleichzeitig Voraussetzung für Lebensqualität und nachhaltige Lösungen der Zukunft“, sagt Prof. Dieter Spath, Präsident und Vorstandsvorsitzender des TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V. Mit dem Wunsch, dieses Grundbedürfnis zu erfüllen, wurde der DÜV als Vorläufer des späteren TÜV Rheinland gegründet.
Im heutigen Wuppertal, damals eines der Zentren der europäischen Frühindustrialisierung, war es durch explodierende Dampfkessel immer wieder zu verheerenden Unfällen mit Toten und Verletzten gekommen. Da es damals keine verlässlichen staatlichen Kontrollen gab, sorgte erst die privat initiierte Vereinigung durch unabhängige Prüfungen der Dampfkessel für mehr Sicherheit in den Fabriken.
Der DÜV wurde zum Vorbild für Industrielle, die andernorts ebenfalls Überwachungsvereine gründeten. Auch der Verein selbst erlebte eine rasante Entwicklung: 1877 schlossen sich weitere 80 Dampfkesselbetreiber zum „Rheinischen Dampfkessel-Überwachungsverein (DÜV) Cöln-Düsseldorf“ zusammen. Der DÜV wurde rasch zu einer unersetzlichen Instanz.
In der Folge wuchsen nicht nur die Aufgabenfelder. Die DÜV-Prüfer entwickelten sich zu wahren Allround-Experten, die auch im Verkehrswesen ihre Aufgaben fanden. Im Jahr 1904 stieg der Rheinische DÜV dann in die Prüfung von Kraftfahrzeugen ein. Mit dem Automobil ist TÜV Rheinland bis heute verbunden und prüft weltweit jährlich bis zu 10 Millionen Fahrzeuge.
Aus DÜV wird TÜV
1936 unterstellten die Nationalsozialisten die Dampfkessel Überwachungs-Vereine ihrer staatlichen Kontrolle und benannten sie in „Technische Überwachungs-Vereine“ um. Aus dem Rheinischen DÜV wurde der TÜV Köln. Nach Kriegsende lagen nicht nur viele Prüfstellen in Trümmern, sondern auch die Selbstverwaltung des Vereins musste erst einmal wieder aufgebaut werden.
Anfang der 1960er war der TÜV Köln dann wieder auf 600 Beschäftigte angewachsen und unterhielt sechs Standorte im Rheinland. Entsprechend wurde das Unternehmen 1962 in TÜV Rheinland e.V. umbenannt. Es folgte die Gründung von Tochtergesellschaften, 1993 dann die Neugliederung der Unternehmensstruktur, bei der auch die TÜV Rheinland AG gegründet wurde. Sie ist seitdem für die Steuerung der operativen Gesellschaften zuständig.
Mit der Neugliederung entschied man sich auch dazu, die deutschlandweite Präsenz auszubauen und fusionierte 1997 zunächst mit dem TÜV Berlin Brandenburg, dann 2003 mit dem TÜV Pfalz zum TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V.
Zugleich wurde die Unternehmensgruppe in TÜV Rheinland Group umbenannt – ein Hinweis auf die zunehmende Internationalisierung des Konzerns. Heute ist TÜV Rheinland in 69 Ländern aktiv. Die Aktien der TÜV Rheinland AG liegen dabei bis heute vollständig im Besitz des TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V.
Auf Expansionskurs
Mittlerweile beschäftigt der TÜV Rheinland 12.000 Mitarbeitende im Ausland, davon allein 4.000 am größten ausländischen Standort in China. Dabei investiert der TÜV Rheinland nicht nur in Unternehmen, sondern auch in die berufliche Aus- und Weiterbildung.
Mittlerweile beschäftigt der TÜV Rheinland allein 4.000 Mitarbeiter in China.
(Bild: TÜV Rheinland)
So werden am Campus Köln in der TÜV Rheinland Akademie jährlich mehr als 15.000 Veranstaltungen für etwa 200.000 Teilnehmer in mehr als 130 Bereichen angeboten. Das macht TÜV Rheinland zu einem der größten Weiterbildungsanbieter Deutschlands.
Auch an die Anforderungen von morgen denkt der TÜV Rheinland. Neue Geschäftsfelder wie Cybersecurity, Digitaltechnologien wie 5G, die Entwicklung von Testverfahren für Anwendungen von künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit oder Managementsysteme sind inzwischen im Portfolio des Unternehmens enthalten.
Neustes Projekt: die Entwicklung von Antriebstechnologien für Elektrofahrzeuge. Auch in einem von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Förderprojekt zur Energiewende bringt der TÜV Rheinland seine Wasserstoff-Kompetenz ein.
Stand: 08.12.2025
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„Wir richten den Blick nach vorne. Seit 150 Jahren gilt: Wir sehen uns als Partner neuer Technologien, weil wir Innovationen durch Sicherheit erfolgreich machen. Gestern waren es Dampfkessel, heute sind es regenerative Energien, morgen ist es Künstliche Intelligenz. Getreu dem Motto: Wir machen die Zukunft ein Stück sicherer“, erklärt der TÜV Rheinland-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Fübi.