25 Jahre Lexus in Europa: Das andere Premium

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Lexus setzte auf eine einheitliche Design-Sprache namens L-Finesse, die konservativ-elegante Formen mit japanischer Symbolik verknüpfte, ein Weg den seitdem beispielsweise auch Mazda mit dem Kodo-Design, allerdings in sportlicherer Ausrichtung geht. Technisch begab sich die Marke allerdings auf einen Sonderweg. Inspiriert vom Erfolg des Toyota Prius setzte Lexus auf Hybridantrieb und kombinierte diesen mit sportlichen Fahrleistungen. „Verbrauch wie ein Vierzylinder, Kraft wie ein Achtzylinder“ lautete die Botschaft, mit denen potente Sechszylinder-Hybride als Alternative zu hiesigen Power-Dieseln beworben wurden.

Ergänzend dazu startete der Importeur in Deutschland teure Werbekampagnen und rüstete gut 40 Autohäuser zu Lexus-Foren auf. Sie sollten Kunden ein besonderes Einkaufs- und Service-Erlebnis bieten. In der Zeit kletterten die Lexus-Zulassungen in Deutschland zwischenzeitlich auf mehr als 5.000 Einheiten im Jahr. Beachtlich, aber weit davon entfernt, eine Konkurrenz für Mercedes und Co. zu werden. Die hatte man in den Staaten inzwischen überholt.

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Probleme in Deutschland

Mit dem Hybridantrieb im Premiumbereich konnte man sich in der Öffentlichkeit eine Solitär-Rolle sichern. Lexus ging sogar soweit, mit dem Kompaktmodell CT 200h eine Baureihe anzubieten, die es nur mit Hybridantrieb gibt. Eigentlich konsequent, denn auf dem deutschen und dem europäischen Markt liegt der Hybridanteil von Lexus aktuell bei 98 Prozent. Weltweit sind es nur 27 Prozent.

Europa sieht Lexus als Wachstumsmarkt an. Rund 60.000 Fahrzeuge verkauft man zwischen Wladiwostok und Marbella jährlich, ein Drittel davon im krisengebeutelten Russland. Dort ist der Absatz allerdings für Premium-Marken noch immer stabil, weshalb man keine Delle im Absatz erwartet. Die meisten Lexus in Westeuropa kaufen die Briten. Zuletzt waren es rund 11.000 Einheiten im Jahr. Insgesamt rechnet Alain Uyttenhoven, Europa-Chef der Marke, mit Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent in seinem Zuständigkeitsbereich.

Allerdings sind speziell in Deutschland die Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren deutlich nach unten gegangen. Gerade noch 1.328 Zulassungen registrierte das KBA 2014 für Lexus. Statt über 40 gibt es nur noch 16 Lexus-Foren. Die aber, so Deutschland-Chef Ferry Franz, verkaufen jetzt mehr Autos und arbeiten profitabel. Im ersten Quartal 2015 gab es ein Plus von 36 Prozent.

Polarisierendes Design

Beim steigenden Absatz soll vor allem der neue Lexus NX helfen. Das Kompakt-SUV zieht neue Kunden an, die bislang im Portfolio der Marke nicht fündig wurden. Und er verkörpert den neuen Lexus-Stil im Design. Die dezente Eleganz von L-Finessse ist einem kantigen, verspielten, fast comic-haften Auftritt gewichen, der jugendliche Sportlichkeit darstellen soll. „Wir wissen, dass dieses Design polarisiert“, erklärt Ferry Franz, „aber es erschließt uns neue, jüngere Kunden“. Der extrem ausgeführte Grill deutete sich schon bei der aktuellen GS-Generation an.

Überhaupt setzt Lexus mit Modellen wie dem BMW M3-Wettbewerber IS F oder dem Coupé RC F auf Sportlichkeit, die sich auch auf der Rennstrecke wiederfinden soll. Dem Erfolg auf dem eigentlichen Heimatmarkt USA schadet die Hinwendung zur dargestellten Sportlichkeit keineswegs. Dort hat man nach zwei Absatzdellen in Folge des Lehmann-Crashs und des Tsunami in Japan wieder zu Mercedes und BMW aufgeschlossen. Weltweit wurde 2014 mit 582.000 Neuzulassungen ein Allzeithoch für Lexus registriert. 53 Prozent davon gingen in die USA.

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