Im Tourenwagensport gewannen die M3-Werkswagen schon im ersten Jahr die drei wichtigsten Titel: Roberto Ravaglia wurde 1987 Tourenwagen-Weltmeister, Winfried Vogt triumphierte in der Europameisterschaft und Eric Van de Poele wurde Deutscher Tourenwagenmeister. Von nun an war der M3 auf Sieg abonniert und avancierte zum Inbegriff des siegreichen Tourenwagens. Dies auch in den USA, wo die zweite Generation des M3 mit einem auf 3,2 Liter Hubraum aufgebohrten Sechszylinder 1996 auf Anhieb die IMSA GTS-2 Klasse gewann und die dritte M3-Generation ab 2001 mit 353 kW/480 PS starkem 4,0-Liter-V8 die American Le Mans Serie dominierte.
Freude am Siegen zeichnete die Auflagen zwei und drei des M3 (E36 bzw. E46) auch in den Verkaufsstatistiken aus. Über 71.000 Einheiten des erstmals als viertürige Limousine lieferbaren M3 (E36) fanden bis zur Jahrtausendwende finanzkräftige Fans, die sich an der Drehmomentstärke des Sechszylindermotors durch die Vanos-Nockenwellensteuerung begeisterten. Mehrere Medien kürten den optisch dezent wie einen Wolf im Schafspelz auftretenden, aber bis zu 236 kW/321 PS scharfen M3 sogar zum Jahrhundertsportwagen.
Klassen-Bestzeiten von 7:50 Minuten auf der Nordschleife fuhr dagegen die dritte M3-Generation (E46) als CSL („Coupé Sport Leichtbau“) unter Verwendung ebenso teuren wie leichten Karbons. Eine Aktion, mit der BMW Vorsprung demonstrierte gegenüber nachgeschärften und neuen Rivalen wie Mercedes C 55 AMG und Audi S4. Dazu drehte der nun 265 kW/360 PS starke Reihen-Sechszylinder im M3 fast bis 9.000/min.
2007 kommt der Achtzylinder
Eine neue Krone setzte sich der M3-Stammbaum 2007 auf. Denn damals beugte sich BMW mit dem ersten Achtzylinder im M3 dem Wettrüsten durch immer zahlreichere überstarke Fahrmaschinen in der Mittelklasse. Sogar ein Japaner, der Lexus IS F, zählte nun zu den Herausforderern, aber auch die Amerikaner legten nach. So mutierte der Cadillac CTS-V dank eines 415 kW/564 PS kräftigen 6,2-Liter-V8 zum 308 km/h schnellen Bürgerschreck.
Also folgte auch München dem Ruf nach „Need for Speed“: Gegen Aufpreis bot BMW eine Anhebung der bei 250 km/h abgeregelten Höchstgeschwindigkeit an, verbunden mit einem politisch korrekten Fahrertraining auf abgesperrter Strecke. Vor allem aber präsentierte die M GmbH 2010 den BMW M3 GTS. Der Hubraum des 4,0-Liter-V8 wurde durch anderen Zylinderhub auf 4,4 Liter erhöht, die Leistung auf 331 kW/450 PS getrieben, genug für eine Vmax von 305 km/h.
Gekleidet in feuerorangefarbene Rennwagenoptik nahm sich dieser M3 nicht Mercedes AMG oder Amis zur Messlatte, sondern den Porsche 911 GT3. Dessen Bestzeiten auf Nürburgring und Sachsenring konnte der einzige M3 mit V8 zwar nicht knacken, dafür vermochte er als M3 GT2 beim 24 Stunden Rennen um die Nürburg zu punkten. Einsame Spitze blieb BMW überdies bei den Produktionszahlen: Schon 2008 lieferte die M GmbH das 300.000. Fahrzeug ihrer Geschichte aus.
Darunter waren auch Unikate, die erst jetzt – zum 30. Geburtstag der M3-Story – an die Öffentlichkeit gelangen. Beispielsweise ein 1996 entwickelter M3 Compact (E36) mit bis 236 kW/321 PS starkem Sechszylinder als früher Vorläufer des späteren M2 Coupé. Oder ein M3 Touring (E46) von 2000, der ebenso Prototyp blieb wie ein 2011 mit Straßenzulassung ausgestatteter M3 Pick-up (E90). Nur die in diesem Sommer enthüllte Sonderserie der fünften M3-Generation „30 Jahre M3“ mit 331 kW/450 PS starkem Sechszylinder war in einer Auflage von 500 Einheiten zu haben. Sammlerstatus inklusive.
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