Alpina vor Porsche
Derweil brachte es die anfängliche Topversion 320i mit 125-Einspritz-PS nur auf wenig berauschende 180 km/h Spitze. Wer mehr wollte, musste sich von Tunern wie Alpina bedienen lassen: 118 kW/160 PS entlockte Burkhard Bovensiepens Betrieb etwa dem 320i. Genug Feuer für einen Wert von 7,5 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und Autobahntempo 213. Damit distanzierte dieser Alpina sogar knapp den Porsche 911, war allerdings mit Preisen ab 31.766 Mark auch kaum billiger. Weshalb allein der halb so teure Standard-320 ein Liebling der Massen wurde. Tatsächlich verkaufte sich auch der 320 mit Sechszylinder in größeren Stückzahlen als die deutlich erschwinglichere Einstiegsversion 316.
Nicht unterschätzt werden darf zudem der Beitrag des Spitzenmodells BMW 323i zu den Zulassungszahlen der bayerischen Basisbaureihe, die damit etwa 1979 und 1980 Rang 6 in den deutschen Neuwagencharts belegte (hinter VW Golf/Jetta, Mercedes 200 D-280 E, Audi 80, Opel Kadett und Opel Rekord). Rarste Variante der neuen 3er-Reihe (316 bis 323i) war die Cabrio-Limousine. Wie schon bei der 02-Baureihe lieferte der Stuttgarter Karossier und Open-Air-Spezialist Baur die „Topcabriolets“ mit feststehenden Fensterrahmen und Überrollbügel, von denen etwa 4.600 Einheiten über das BMW-Händlernetz verkauft wurden.
Fit für Straße und Piste
Zu den Volumentypen mit über 100.000 Zulassungen zählte dagegen die erst zum Modelljahr 1981 eingeführte Motorisierung der Baureihe E21. Dieser BMW 315 fungierte wie weiland der Typ 1502 als preiswerte 75-PS-Einstiegsversion ins BMW-Programm. Sportlichen Ruhm erntete die E21-Reihe ab 1977 als Rundstrecken-Racer. Die BMW Motorsport GmbH lieferte die 320 in Kit-Form an Rennteams in aller Welt und überließ auch 1978 in der Deutschen Rennsportmeisterschaft den Tunern und Privatteams das Feld. Den Titel holte Harald Ertl mit dem Schnitzer BMW 320i. Das Team aus Freilassing setzte dabei auf Turbo-Power.
Um in der Division II bis 2,0 Liter starten zu können, musste bei Verwendung eines Turboladers der Hubraum auf 1,4 Liter reduziert werden. Trotzdem standen mehr als 400 PS zur Verfügung. Auch als Kunstobjekte haben sich die BMW 320 Gruppe-5-Rennwagen einen Platz in der automobilen Hall of Fame gesichert: 1977 gestaltete Roy Lichtenstein den Racer als eines der schönsten Art Cars aller Zeiten – so das Urteil der Fachleute. Auf der Fahrerseite zeigt der 320 einen Sonnenaufgang, während auf der Beifahrerseite des BMW die Sonne untergeht – Lichtensteins Interpretation der 24 Stunden von Le Mans.
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