50 Jahre Alpina: BMW für Besserwisser

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Maxi-Power in Serie

Nicht umsonst basiere ein Alpina immer auf dem stärksten Serienmodell und nie auf einem Auto der M GmbH. Während die werkseigene Sportabteilung ihre Autos vor allem auf die Rennstrecke fokussiere, baue Alpina schnelle Autos für lange Strecken. „Unsere Kunden wollen keine Rekordrunden auf dem Nürburgring, sondern die schnellsten auf der Autobahn sein,“ umreißt Bovensiepen den Unterschied, der sich auch im dezenteren Design und der feineren Ausstattung zeige. Darin vergleicht sich Alpina am liebsten mit englischen Nobelmarken und lässt sich deshalb als Bentley aus Bayern feiern.

Das vornehme Understatement und die Konzentration auf die Autobahn – das war nicht immer so. Im Gegenteil: Ab 1968 engagagiert sich Alpina mit eigenen Werksteams im Motorsport und räumt mit Fahrern wie dem jungen Niki Lauda, dem späteren Weltmeister James Hunt, mit Jacky Ickx und Hans-Joachim Stuck so ziemlich alles ab, was man gewinnen kann – vom Tourenwagen-Europapokal, über deutsche Meisterschaften bis hin zu diversen 24-Stunden-Rennen.

50 Jahre Alpina: BMW für Besserwisser
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Zwar kamen die Allgäuer 1987, 2009 und 2012 nochmals kurz zurück. Doch im Grunde ist der Motorsport seit 1987 Geschichte. Stattdessen hat sich Alpina weitgehend auf die Veredelung von Serienfahrzeugen fokussiert und dabei mittlerweile ein relativ breites Portfolio aufgebaut. Denn neben dem vor allem für den US-Markt entwickelten B7 mit zuletzt 540 PS gibt es auf Basis aller drei Sechser-Varianten einen B6 mit 600 PS, es gibt den Fünfer als 600 PS starken B5 und mit einem 350 PS starken Diesel im D5 sowie den Dreier und Vierer als Benziner mit 410 und als Diesel mit 350 PS. Selbst dem X3 haben sie in Buchloe Beine gemacht und verkaufen ihn als XD3 mit 350 PS.

Ungeahnter Aufstieg

Was diese Modelle auszeichnet, ist nicht nur die technische Reife und die Finesse, mit der sie ausgeschlagen sind. Sondern es ist vor allem das Tempo, das sie erreichen können. Denn weil Alpina es ernst meint mit der Raserei auf der linken Spur, sind die Autos alle vollgasfest und viel, viel schneller als jedes M-Modell. Wenn zum Beispiel selbst der mit dem „Drivers Package“ entriegelte M6 bei 305 km/h endgültig in den Begrenzer fährt, rast ihm der B6 mit 330 km/h ganz locker davon.

Das kommt bei den Schnellfahrern mit Stil offenbar bestens an. Nicht umsonst hat Alpina mit aktuell etwa 200 Mitarbeitern seit der Gründung 1965 rund 20.000 Autos verkauft und allein im letzten Jahr mit 1.700 Fahrzeugen so viele Aufträge wie noch nie zuvor abgewickelt.

Burkhard Bovenspiepen kann das manchmal noch immer nicht so recht glauben: „Automobilbegeistert war ich von Kindesbeinen an", erinnert sich der Firmengründer und hält die Entwicklung der „Alpina Anlage“ deshalb für einen ersten, logischen Schritt. „Aber dass Alpina eine derartige Geschichte schreiben würde, konnte ich damals nicht vorhersehen."

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