50 Jahre Toyota 2000 GT: Sportive Speerspitze

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Rekorde in Serie

So verschreckte der GT die versammelte Konkurrenz bereits bei seinem ersten Langstreckenrennen im Juni 1966 durch einen souveränen Doppelsieg. Mit drei Weber-Doppelvergasern waren die nur 850 Kilogramm wiegenden 200-PS-Toyota 250 km/h schnell. Ferrari vermeldete für seinen V12-Boliden 330 GT nur 245 km/h und der Aston Martin DB6 war gar nur mit 240 km/h genannt. Weiter ging es für Toyota deshalb mit Rekordfahrten: Am 1. Oktober 1966 erzielte der 2000 GT auf der Hochgeschwindigkeitsteststrecke von Yatabe bei Tokio drei Welt- und 13 Klassenrekorde. Ein spektakulärer Coup, der sogar die texanische Motorsport-Legende Caroll Shelby begeisterte. Für die Saison 1968 bereitete Shelby deshalb drei Toyota 2000 GT vor, die in der Klasse C für Produktionswagen gegen Porsche & Co. antraten.

Die amerikanische Fachpresse feierte das elitäre Sportcoupé der japanischen Massenmarke damals bereits als „eines der aufregendsten Fahrzeuge aller Zeiten“, das es leicht mit dem Porsche 911 aufnehmen konnte. Dafür verlangte Toyota aber auch Preise, die mit 6.800 Dollar deutlich oberhalb eines Porsche lagen und sogar den Wankel-Sportwagen-Pionier Mazda Cosmo zum Billigheimer degradierten. Nur 65 Toyota 2000 GT fanden deshalb den Weg in die USA. Auch in seinem Heimatland war der 2000 GT mit 2,38 Millionen Yen das weitaus teuerste Auto seiner Ära, was die Verkaufszahlen weiter limitierte.

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Japanische PS-Ikone

Genug Faszination, um Aston Martin abzulösen, als es um die automobile Besetzung des fünften James-Bond-Kino-Epos ging. Dafür transformierte Toyota zwei GT zu Roadstern, die dank des steifen Kastenrahmens ohne weitere Verstärkungen auskamen. Drei Fahrszenen von insgesamt sechs Minuten genügten im Film, um den Toyota 2000 GT weltberühmt zu machen und in der Folge als eines der begehrtesten Spielzeugmodellautos Geschichte schreiben zu lassen. Dabei griff 007-Darsteller Sean Connery nicht einmal selbst ins Lenkrad, sondern überließ das Fahren seinem japanischen Bond-Girl Akiko Wakabayashi, das mangels Führerscheins außerhalb des Filmstudios obendrein gedoubelt werden musste.

Passend zum Serienstart anlässlich der Tokyo Motor Show 1967 war es dann das britische Top-Model Twiggy, das den schnellsten Toyota einmal mehr in die Medien brachte und mit blondem Bubikopf einen goldfarbenen GT präsentierte. Das Showcar war Teil ihres Honorars und fand als erster 2000 GT den Weg nach Europa. Dort traf es zeitgleich ein zum Start einer einzigartigen Toyota-Toy-Story: In Kooperation mit dem englischen Modellspezialisten Corgy Toys brachte es der 2000 GT zu millionenfacher Verbreitung in Vitrinen und Kinderhänden. Als erstes japanisches Traumauto, das in der Verkleinerung auf 1:43 vorübergehend verbreiterter war als jeder Ferrari, wozu rund ein Dutzend weiterer Modellautohersteller beitrug.

Nur 22 Links-Lenker und drei Rechts-Lenker Toyota 2000 GT fanden dagegen im 1:1-Format europäische Liebhaber, allerdings war der japanische Autobauer bis zum Auslauf des Gran Turismos im Jahr 1970 auch nur in wenigen Ländern der Alten Welt präsent. Ihre Mission hatten die meist solarrot lackierten Sportler trotzdem erfüllt: Toyota war zum Thema geworden. Als automobile Geldanlage spielt dieser Toyota heute fast in der Hochpreisliga von Ferrari und ähnlichen Tempo-Legenden. Für alle Fans fernöstlicher Fast-and-Furious-Racer bleibt der 2000 GT aber vor allem eins: Japans erster Supersportwagen.

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