Abgasuntersuchung: Abgasangriff
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Kfz-Betriebe und Überwachungsorganisationen dürfen ab 1. Januar bei der AU beim Gros der Fahrzeuge nicht mehr der OBD vertrauen, sondern müssen Schadstoffe wieder tatsächlich messen. Mithilfe verschärfter Grenzwerte und neuer Testmethoden soll die Untersuchung wieder zur echten Überprüfung werden.
Nicht nur Staaten bzw. Militärs tarnen und täuschen, spähen Freund und Feind aus und versuchen, an relevante Informationen zu kommen. Genauso betreiben Industrieunternehmen einerseits Spionage und täuschen andererseits den Gegner – leider nicht immer nur den. Auch die Öffentlichkeit wird gerne hinters Licht geführt. So vermittelt die im Volksmund nach wie vor Abgasuntersuchung (AU) genannte Prüfung – seit 2010 als integrierter Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU) offiziell UMA genannt (Untersuchung Motormanagement und Abgasreinigungssystem) – der deutschen Bevölkerung: Ich messe bei Fahrzeugen zuverlässig den Schadstoffausstoß und entlarve abgastechnische Rohrkrepierer („Gross Polluter“). Doch genau das ist ein eklatanter Trugschluss: „Bei weniger als zehn Prozent moderner Fahrzeuge wird aktuell noch am Endrohr gemessen“, weiß der Verband der TÜVs (VDTÜV). Dabei machen die mehr als drei Viertel aller Untersuchungen aus.
Jeder der beteiligten Akteure, vom Fahrzeughersteller über das Kfz-Gewerbe bis hin zum Automobilclub und Umweltverband, weiß: Mit dem 1.12.2008, sprich mit der Einführung des zweistufigen Messverfahrens (gilt für Fahrzeuge ab Erstzulassung 1.1.2006), verpasste man der AU einen „Tarnanstrich“. Mithilfe der On-Bord-Diagnose (OBD) sollte die neue „elektronische AU“ so gut sein wie die alte – nur einfacher und billiger. Leider hatte bereits die „mechanische AU“ ihre Mängel, und schon 2010 wurde bekannt: Von genauso gut konnte beim zweistufigen Verfahren keine Rede sein – es war deutlich schlechter. Immer weniger Fahrzeuge fielen bei der AU durch, obwohl das Potenzial der Gross Polluter gleich groß blieb, wie diverse unabhängige Studien ergaben. Dafür sorgten neben einer wachsenden Zahl minderwertiger Austausch-Katalysatoren und -Dieselpartikelfilter (siehe Ausgabe 37/2017) vor allem die Manipulation Letzterer, aber auch das wachsende Fahrzeugdurchschnittsalter.
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