Daimler Truck Absatz und Finanzergebnis sinken

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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In China hat der Nutzfahrzeug-Hersteller eine Beteiligung komplett abgeschrieben. Die Entwicklung ist symptomatisch für die Schwierigkeiten des Unternehmens in Asien. Doch auch anderweitig mehren sich die Probleme.

Daimler Truck hat derzeit einige Baustellen, die wirtschaftliche Lage schlägt im Absatz durch.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler Truck hat derzeit einige Baustellen, die wirtschaftliche Lage schlägt im Absatz durch.
(Bild: Daimler Truck)

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat nach wie vor mit dem schwachen Umfeld in Asien und Europa zu kämpfen. Wegen Abschreibungen auf ein chinesisches Gemeinschaftsunternehmen kam das Ergebnis im zweiten Quartal unter Druck. Aber auch im Heimatmarkt lastet die schwache Wirtschaftslage auf den Resultaten. Allerdings brummt das Geschäft im wichtigsten und größten Markt Nordamerika weiter, was den Abschwung insgesamt abfedert. Der Konzernausblick steht nach Angaben des Managements nun auf dem Prüfstand.

Daimler Truck schreibt wegen der weiterhin schwachen Marktentwicklung in China den Buchwert des Gemeinschaftsunternehmens BFDA (Beijing Foton Daimler Automotive) komplett ab. Das belastet das Ergebnis mit 120 Millionen Euro, wie der Konzern am Dienstagabend mitteilte.

Im Industriegeschäft – also im Fahrzeugbau ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet – sackte die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Jahresvergleich um einen Prozentpunkt auf 9,3 Prozent ab. Ohne die Abschreibung in China hätte die Marge bei 10,2 Prozent gelegen, also fast auf Vorjahresniveau. Die vom Unternehmen befragten Analysten hatten im Mittel mit 9,6 Prozent gerechnet.

Finanzsparte mit Rückgängen

Da auch die Finanzsparte weniger abwarf als von Experten im Vorhinein geschätzt, schnitt der Konzern auch insgesamt beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit 1,17 Milliarden Euro schwächer ab als erwartet. Hier hatten Fachleute 1,26 Milliarden auf dem Zettel. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum rutschte das operative Ergebnis um gut 18 Prozent ab.

Schwach zeigte sich neben dem ohnehin margenschwachen Geschäft in Asien – das wegen der Abschreibung in die roten Zahlen rutschte – vor allem die Sparte Mercedes-Benz, die in Europa und Lateinamerika vertreten ist. Hier hatte Daimler-Truck-Chef Martin Daum schon nach dem ersten Quartal geklagt, die schlechte Wirtschaftsstimmung in Europa und insbesondere in Deutschland laste auf den Resultaten, weil die Speditionen wegen ihrer abwartenden Haltung kaum mehr neue Lkw bestellten. Bereits da hatte er gesagt, um die Jahresziele in Europa zu schaffen, sei ein Aufschwung im zweiten Halbjahr nötig.

Absatz unter Druck

Lange hatte Daimler Truck vom Bestellboom der Speditionen nach der Corona-Pandemie gezehrt. Probleme gab es nicht mit der Nachfrage, sondern vor allem mit der Teileversorgung etwa mit Elektronikchips. Hinzu kamen gestiegene Energie- und deutlich erhöhte Frachtkosten, um die Produktion aufrechterhalten zu können. Seit einigen Quartalen hat sich das Bild gewandelt und die Branche verzeichnet teils deutliche Rückgänge bei den Auftragseingängen. Daum sieht allerdings kein generelles Problem bei der Nachfrage, weil die Kunden seiner Meinung nach ihre alternden Flotten erneuern müssen und der Transportbedarf insgesamt weiter wächst.

Auch beim Absatz bekommt der Konzern die Flaute aber mehr und mehr zu spüren. Wie der Konzern bereits Anfang vergangener Woche mitgeteilt hatte, sanken die Verkäufe im zweiten Quartal insgesamt um 15 Prozent auf 112.195 Lkw und Busse. Insbesondere in Asien und bei Mercedes-Benz waren die Rückgänge mit 29 Prozent beziehungsweise 22 Prozent groß. Auf dem nordamerikanischen Markt – dem profitabelsten für das Unternehmen – hielt sich das Absatzminus aber mit 5 Prozent in Grenzen.

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