Die getesteten Systeme nutzen verschiedene Sensor-Technologien. Die einfachste ist die Verwendung einer Mono-Kamera. Diese kommt bei BMW und Audi zum Einsatz. Weitere Funktionen der kamerabasierten Systeme sind häufig die Spurverlassenswarnung, Abstandswarnung und Verkehrszeichenerkennung. Auch wenn die Sensorik ähnlich wirkt, ist der Unterschied in der Leistungsfähigkeit enorm. Während BMW nur anbremst, löst das System im Audi eine Vollbremsung aus. Das Signal stützt sich nur auf den einen Sensor. Ist die Sicht behindert oder geblendet, ist die Funktion eingeschränkt.
Subarus „Eye Sight“ arbeitet mit einer Stereo-Kamera. Zwei Kameras mit etwas Abstand überlagern die Bilder, ermöglichen räumliches Sehen und können damit Abstände schneller bestimmen als eine Mono-Kamera.
Sogenannte „Fusions-Systeme“ kombinieren mehrere Sensor-Arten – beispielsweise Kamera und Radar – und „fusionieren“ deren Signale. Volvo und Kia kombinieren Kamera mit Radar, Mercedes eine Stereo-Kamera mit mehreren Radarsensoren.
Single-Radar-Systeme, die nur einen Radarsensor nutzen, sind ebenfalls zur Erkennung von Fußgängern möglich. Die neue Mercedes E-Klasse und der neue VW Tiguan nutzen diese Technik. Zur eindeutigen Kategorisierung eines Fußgängers sind bewegte Gliedmaßen notwendig. Das Radar-Verhalten ist dann eindeutig einem Fußgänger zuzuordnen, da der Radar mehrere Geschwindigkeiten (bewegende Füße und Arme) an einem Objekt erkennt. Die Radiowellen des Radars werden durch Dunkelheit nicht eingeschränkt, es können allerdings keine Zusatzfunktionen wie Spur- und Schildererkennung realisiert werden. Bei Starkregen oder Schneefall kann es zu Funktionseinschränkungen kommen.
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