Insassensicherheit ADAC warnt vor White-Label-Kindersitzen

Von sp-x 2 min Lesedauer

Der Autofahrerclub warnt nachdrücklich vor mehreren Kindersitzen, die scheinbar die gleiche technische Basis haben. Das zugrunde liegende Baukonzept war bereits 2025 klar durchgefallen, weil sich der Sitz von seiner Basis lösen kann. Jetzt ist das Problem in gleich siebenfacher Ausführung zurück.

Verschiedene Kindersitz-Modelle aus chinesischer Produktion bergen Gefahren, da sich die Schale von der Basis lösen kann.(Bild:  ADAC Test und Technik)
Verschiedene Kindersitz-Modelle aus chinesischer Produktion bergen Gefahren, da sich die Schale von der Basis lösen kann.
(Bild: ADAC Test und Technik)

In einem Kindersitztest im Jahr 2025 hatte der ADAC ein Modell mit schweren Mängeln identifiziert und vor dessen Verwendung gewarnt. Jetzt ist das Problem in gleich mehrfacher Ausführung zurück, weil die Technik des Sitzes als Basis für mehrere Modelle dient, die im Internethandel über die Plattform Alibaba angeboten werden. Es handelt sich demnach um so genannte White-Label-Produkte, die unter unterschiedlichen Markennamen im Verkauf sind.

Der ADAC weist darauf hin, dass das kritisierte Modell „Reecle 360“ bereits im Kindersitztest 2025 versagt hatte. Crash-Simulationen hatten ergeben, dass sich der Sitz von seiner Basis lösen und unkontrolliert durch den Fahrzeuginnenraum schleudern kann. Inzwischen haben weitere Untersuchungen ergeben, dass es sich bei dem Sitz um ein sogenanntes „White Label“-Produkt handelt, das laut ADAC über die Plattform Alibaba mit europäischer Zulassung an Händler verkauft wird.

Der Clou ist, dass der Sitz gemäß den Kundenwünschen angepasst („individualisiert“) werden kann, was der Handel in größerer Stückzahl getan hat. Zudem werden die fehlerhaften Sitze unter verschiedenen Produktnamen vertrieben. Zu dieser White-Label-Gruppe gehören laut ADAC die Sitze „Ding Aiden 360“, „Kidiz 360“, „Kids Zone i-Size 360“, „Buf Boof Tweety Plus“, „Miophy i-Size 360“, „Xomax 946i“ oder „Lettas i-Size 360“. Laut einem Onlinebericht des „Spiegel“ lassen sich die betroffenen Modelle an der Zulassungsnummer E8 0313715 erkennen.

Auch bei neuen Crashtests zeigte sich, dass die Konstruktion dieser Modelle versagt. Die Verbindung zwischen Sitz und Basis löst sich erneut, wodurch ein erhebliches Verletzungsrisiko für Mitfahrer und Kind durch schleudernde Teile entsteht. Der ADAC warnt daher ausdrücklich vor diesen Produkten, da sie bei einem Unfall nicht sicher sind. Eltern sollten sich beim Online-Kauf von Kindersitzen im Vorfeld über unabhängige Testergebnisse informieren.

Unabhängig von der White-Label-Produktgruppe hat der ADAC auch beim Sitz „Kinderkraft Mink Pro 2“ erhebliche Mängel festgestellt. Beim Frontalcrash reiße die Babyschale aus der Isofix-Station „Base Mink FX2“ und könne folglich durch den Fahrgastraum fliegen. Der Verein rät dazu, den Sitz vorerst ohne Isofix-Station zu verwenden, wobei man beim Einbau auf den richtigen Gurtverlauf achten müsse. Ohne die Basisstation biete der Sitz einen guten Schutz bei den durchgeführten Crashversuchen. Kinderkraft kündigte den kostenlosen Umtausch des Modells „Mink Pro 2 + Base Mink FX2“ an.

(ID:50810312)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung