Alfa Romeo Giulietta 940: Das sportliche Julchen
»Gebrauchtwagen Praxis« Kaufberatung: Wer Audi zu gleichförmig und BMW zu klobig findet, greift gerne zur eleganten Giulietta.
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Alfa Romeo Giulietta: Dieser Name weckt große Emotionen im Herzen italophiler Autoliebhaber. Schon in den fünfziger Jahren setzten die Giuliettas der ersten Generation den Maßstab für sportliches Design in der damaligen Mittelklasse. Nach dem Auslaufen der zweiten Generation (Typ 116) Mitte der achtziger Jahre ließ Alfa Romeo die Giulietta 2010 erneut als Typ 940 aufleben. Im Gegensatz zu den vorherigen Modellgenerationen positioniert Alfa das Auto in der dicht besetzten und hart umkämpften Kompaktklasse.
Die Giulietta wird ausschließlich von Turbomotoren angetrieben. Das Fahrwerk gibt sich konventionell, MacPherson-Federbeine vorn und eine Zentrallenkerachse hinten sind in der Fahrzeugklasse technischer Standard. Das Coupé wird ausschließlich mit fünf Türen angeboten, die schwarzen Türgriffe versteckten die Designer wie beim Vorgänger neben den Seitenscheiben – durch diesen kleinen optischen Trick wirkt das Auto auf den ersten Blick zweitürig. Eins eint alle Modellvarianten: Alfa vertraut auf das Fahrkönnen der Besitzer, stellt die Sportlichkeit in den Vordergrund und verzichtet im Gegenzug auf Einparkassistenten und Co. Fahrerassistenzsysteme liegen derzeit voll im Trend, verderben aber oft den Fahrspaß. Ein Alfa soll Spaß machen und alles, was den Spaß trübt, ist nach Meinung der Italiener überflüssig. Optisch legt die Giulietta die Meßlatte dagegen enorm hoch; viele Erstbenutzer drehen zunächst eine Ehrenrunde um die italienische Diva, alleine an der Form der Rücklichter bleibt der Blick manches Betrachters lange Zeit bewundernd hängen. Die Seitenwülste der Sportsitze bieten genügend Seitenhalt, ohne den Einstieg zu behindern; insgesamt ist das Raumgefühl knapp, aber nicht beengt. Hinten allerdings fühlen sich nur Kinder richtig wohl.
Außen hui – und innen?
Nach dem Anlassen ist auch akustisch Schluss mit Einheitsbrei und Langeweile; unverblümt legt die italienische Schönheit ihre sportlichen Ambitionen dar.
Das Armaturenbrett ist nach der 2013er Modellpflege deutlich übersichtlicher, Herzstück der Bedienelemente blieb der DNA-Schalter. Hier verändert der Fahrer zwar nicht die Gene, wohl aber die Ansprechcharakteristik von Fahrwerk, Lenkung und vor allem die Leistungskennlinie der größeren Turbomotoren. Sie entwickeln ihre Höchstleistung und maximales Drehmoment nur im Dynamic-Modus, auch die Lenkung reagiert direkter. Die Schalterstellungen n wie neutral und a wie allweather erleichtern das Fahren auf schlechten Straßen und bei widrigem Wetter.
Achillesferse der italienischen Marke war lange Zeit die bescheidene Qualität – von überzeugten Alfisti gerne mit „Charisma“ umschrieben. Hier scheint Besserung in Sicht.
Die Giulietta setzt bei Haptik und Verarbeitungsgüte im Innenraum keine Highlights, die Prüfungsresultate bei der Hauptuntersuchung jedoch belegen einen deutlichen Qualitätssprung.
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